Wenn ein Mensch nach langer Zeit plötzlich wieder sehen kann, ist das für ihn wie ein Wunder. 99 Hammelburger hätten mit ihren Spenden allein im vergangenen Jahr 230 solcher Operationen ermöglich, wie die Christoffel-Blindenmission (CBM) berichtet. Insgesamt 6915 Euro waren in Hammelburg zusammengekommen.

Mit diesem Geld kann die CBM Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika Operationen am Grauen Star vornehmen. Denn der Eingriff kostet in den Projekten der CBM durchschnittlich 30 Euro, bei Kindern wegen der benötigten Vollnarkose 125 Euro. Doch das sind Beträge, die sich viele der Betroffenen in Entwicklungsländern nicht leisten können. Weltweit sind 17,1 Millionen durch Grauen Star erblindet, einer Trübung der Augenlinse. Um diese Trübung zu beseitigen, braucht ein Arzt oder eine Ärztin nur rund 15 Minuten, heißt es in der Pressemeldung der CBM.

So war es auch bei der 17-jährigen Christine aus Kamerun. Sie betete jeden einzelnen Tag für ein Wunder. Die junge Frau konnte seit ihrer Geburt nicht gut sehen. Ihre Mutter Ngono ging schon früh mit ihr zum Arzt. Dort wurde festgestellt, dass Christine Grauen Star hatte, aber die Ärzte verschrieben nur Augentropfen. "Egal wie stark ich blinzelte oder wie weit ich mein Auge geöffnet habe, meine Sicht war verschwommen", berichtete die junge Frau. Ngono suchte weitere Ärzte mit ihrer Tochter auf. Kontaktlinsen, Brillen - besser sehen konnte Christine trotzdem nicht. Auch ging ein Großteil des Familieneinkommens drauf.

Die junge Frau ging zwar zur Schule, ihre Noten jedoch wurden wie ihr Sehvermögen jedes Jahr schlechter - und Christine immer abhängiger von anderen. Sie brauchte Hilfe von Fremden beim Überqueren der Straße, die Mitschriften ihrer Klassenkameraden zum Lernen und ihre Familie, um den Alltag zu bewältigen. Doch dann traf sie auf Menschen, die ihr helfen konnten. Ein von der CBM-gefördertes Ärzteteam war in ihrer Region und klärte sie und ihre Mutter auf, dass ein chirurgischer Eingriff Christines Erblindung aufhalten, ja sogar heilen kann. Kinder müssen eigentlich schon in frühen Jahren operiert werden, damit sie noch sehen lernen. Aber Christine hatte Glück: Die 17-Jährige wurde im Krankhaus operiert und kann trotz ihres Alters nach dem Eingriff klar sehen, der Schleier vor ihren Augen ist weg.

Dank der Spenden der CBM hat die Mutter sogar weniger bezahlt als für manche Sehhilfe ihrer Tochter. Und die junge Frau? Sie denkt schon an den nächsten Traum: Sie möchte viel lernen und Augenärztin werden.

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den größten und ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Sie fördert seit mehr als 110 Jahren Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Die Aufgabe der CBM ist es, das Leben von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, Behinderungen zu vermeiden und gesellschaftliche Barrieren abzubauen. Die CBM unterstützt zurzeit 540 Projekte in 51 Ländern. Weitere Informationen hier.