Es war ein besonderer Tag, es war ein besonderer Gottesdienst: Am Dienstag feierten eine brasilianische Delegation und die katholische Pfarrgemeinde St. Johannes der Täufer ihre Partnerschaft. Zusammen mit sechs jungen Leuten aus der Diözese Óbidos/Amazonien waren Bischof Dom Bernardo Johannes Bahlmann und Padre Ádemir Vicente de Paula, der Pfarrer der Hammelburger Partnergemeinde Juruti Velho, gekommen. Auch Sternschwester Johannita Sell - eine wesentliche Mitinitiatorin der Partnerschaft - begleitete die Delegation.

Eintrag ins Goldene Buch der Stadt

Am Mittwoch empfing Bürgermeister Armin Warmuth dann die brasilianischen Gäste im Rathaus. Dort trugen sie sich ins Goldene Buch der Stadt Hammelburg ein und dankten spontan mit einem Lied über Amazonien.

Mit ihrem Singen und Tanzen versprühten die Brasilianer ansteckende Lebens- und Glaubensfreude im abendlichen Gottesdienst. Das Evangelienbuch wurde "hereingetanzt", wie es in der brasilianischen Heimat üblich ist. Schöne Melodien und rhythmische Gitarrenklänge der brasilianischen Lieder wechselten mit Orgelbegleitung (Kantor Dieter Blum) und Gemeindegesang. Und das passte gut zusammen.

Bischof Dom Bernardo nahm in seiner Ansprache Bezug zu den Bibeltexten und ließ dabei die aktuelle Weltsituation nicht außer acht: Bedrohungen und schwierige Situationen überall, Polarisierung in der Gesellschaft, wie sie lange nicht war. Der Auftrag Jesu an seine Jünger lautete damals wie heute: Frieden zu schaffen, nach Lösungen zu suchen, um Frieden zu beten und Konditionen dafür zu schaffen, dass Friede werden kann. "Da muss man manchmal auch große Frösche schlucken", sagte er.

Padre Ádemir brachte ein Symbol der Amazoniensynode mit: ein holzgeschnitztes Blatt, das vier Träume symbolisiert. Er lud dazu ein, diese Träume gemeinsam zu verwirklichen: sozial, kirchlich, ökologisch und kulturell. "Wir haben uns gegenseitig viel zu geben", dankte er für die Partnerschaft.

Pfarrer Thomas Eschenbacher überreichte Ádemir eine Statue des heiligen Johannes des Täufers, des Patrons der Stadtpfarrkirche. Aus Juruti Velho hatten die Hammelburger bereits im letzten Jahr eine Herz Jesu-Figur erhalten, der Patron der dortigen Pfarrei. Eine Überraschung hielten die Ministranten für Padre Ádemir bereit: Sie überreichten eine Geldspende von 325 Euro für die Jugendarbeit in Juruti Velho. Bei einer Kuchenbackaktion hatten sie das Geld am Sonntag zuvor gesammelt.

Der brasilianische Abend fand seine Fortsetzung im Pfarrsaal, wo die jungen Leute aus Amazonien mit Musik und Tanz die Herzen im Flug eroberten. Tagsüber hatten sie die Stadt und ihre besonderen Ecken kennengelernt, das Steinthal besucht, allerhand über den Weinbau erfahren und sich auf dem Saalecker Schlossturm von der Aussicht auf das Saaletal beeindrucken lassen.

Der deutsch-brasilianische Gottesdienst ist weiterhin auf dem YouTube-Kanal der Pfarreiengemeinschaft "Sieben Sterne im Hammelburger Land".