Wachablösung zur Jahreshauptversammlung. German Zier trat im "Schreinersch-Haus" ins zweite Glied zurück. Seine Nachfolge tritt Ingrid Mützel an, seine langjährige Stellvertreterin und Schriftführerin. Zier führte seit 1967 - mit nur einem Jahr Unterbrechung - den rührigen Verein. Nun gab er aus Altersgründen und gesundheitlichen Überlegungen den Stab weiter.
"Damals übernahm ich von meinem Vater Julian Zier den Gartenbauverein mit 27 Mitgliedern und 270 Mark in der Kasse", erinnerte er sich. Einiges ist geschehen seit dieser Zeit. "Wir haben beispielsweise den Grenzgang wiederbelebt, die Aufstellung des Maibaumes und die Dorfbegrünung übernommen", listete Zier auf.
1993 startete das größte Projekt der Vereinsgeschichte: die Sanierung des "Schreinersch-Hauses". Nach zehn Jahren war das Werk vollbracht. Das älteste Fachwerk-Bauernhaus in Unterfranken weitgehend authentisch herzustellen, kostete rund 1,5 Millionen Mark. "Die Vereinsmitglieder brachten 12 800 Stunden Eigenleistung in das Projekt ein", informierte der Scheidende nicht ohne Stolz.

Vielfältige Aktivitäten

Die Mitglieder wollen künftig nicht völlig auf den 73-Jährigen verzichten und wählten ihn zum 3. Vorsitzenden. German Zier nahm das Amt - auch auf Bitte von Ingrid Mützel - an. "Wenn ich gebraucht werde für Führungen oder Reparaturen am Haus, bin ich dazu weiterhin gerne bereit", erklärte er.
In seinem letzten Tätigkeitsbericht fasst er das Vereinsleben seit dem vorigen April zusammen. Die Aktionen reichten von Küchenschellen-Wanderung über Baumschnittkurs und Verpflegung der Vierzehnheiligen-Wallfahrer bis hin zum Vortrag über Heimatpflege in Bayern.
Allerdings warnte Zier auch vor der Ausweisung immer neuer Baugebiete, die den Leerstand in den Ortskernen fördern. "Mit dem Erwerb und der Sanierung des ,Schreinersch-Hauses‘ haben wir ein Signal gesetzt", unterstrich er. Die Gemeinde dürfe zudem das Grün nicht völlig aus dem Dorf verbannen. "Baumpflanzungen stoßen wegen Laubfalls oder angeblicher Zerstörung von Bausubstanz immer mehr auf Kritik", bemängelte Zier. Er stellte auch klar, dass die Pflege des öffentlichen Grüns eine freiwillige Vereinsleistung ist.
Ingrid Mützel erinnerte an die Aktionen am und im historischen Gebäude, das laufend restauriert wird. Es ist auch Sitz des Saalemusicums in Machtilshausen und beherbergte im vorigen Jahr wieder eine koreanische Schulklasse.
Den Kassenbericht gab Stefan Mützel. Demnach hat der Verein gut gewirtschaftet. Ursula Koch bestätigte eine korrekte Buchführung, die zur einmütigen Entlastung führte. Neben Ingrid Mützel als Vorsitzende und German Zier als 2. Stellvertreter wählte die Versammlung die bisherige Schriftführerin Jutta Schlereth als Stellvertreterin in das Führungstrio. Neue Schriftführerin ist Annette Zier, die von Elisabeth Schneider vertreten wird. Kassenwart bleibt Stefan Mützel. Die vier Beiräte heißen Walter Schmitt, Hiltrud Fenn, Edeltraud Starrach und Dietmar Schlereth. Zu Kassenprüfern wurden Ursula Koch und Walter Schmitt bestellt.
Die vorläufige Planung für 2014 sieht wie folgt aus: Schmücken des Osterbaumes, Verköstigung der Wallfahrer, Jakobusfest, Kirchweih, Tag des offenen Denkmals und Frauenfrühstück.