Gauaschach war außer Rand und Band, denn die Weiber waren los! In der Weiberfastnacht ist es seit dem Mittelalter Brauch, den Frauen für einen Tag die Macht zuzugestehen und das Regiment zu überlassen. Die Frauen waren in allem untergeordnet und die Männer übten auch die Geschlechtsvormundschaft aus. In Aschi hält man sich seit Jahren erfolgreich an diesen mittelalterlichen Brauch. Schon gleich zu Beginn war die Kapazität von ca. 350 kostümierten Faschingsnarren erreicht. Frau oder Männer in Frauenklamotten waren Pflicht. Nur vor den Toiletten, beim Schlange stehen, konnte man den Unterschied der Geschlechter sehen.

Die routinierten Moderatorinnen mit losen Mundwerk, Chantal (Petra Leipziger-Ziegler) und Mandy (Carolin Feeser), heizten gekonnt frech und frivol ein.

Neun Männerballetts (MB) wagten sich in die Höhle der Löwinnen.Die Cheerleader aus Gauaschach betraten die Bühne - Männlichkeit pur, bis sie in ihre rosa Kleidchen schlüpften. ABBA (MB Elfershausen) war seit 1981 zum ersten Mal wieder auf einer Bühne, authentisch mit Hüftschwung, Schmalzlocke und Glimmer.

Sportliche Glanzlichter samt Boxenluder zeigte das MB Altbessingen. Voller Power zeigten die "Schünne Bube" ein sexy getanztes Match. Allesamt "Schnittchen", welche die Moderatorinnen nur zu gerne unter sich aufgeteilt hätten.

Gruselig und akrobatisch

Das zauberhafte Bühnenbild "Der vergessene Spielzeugladen" brillierte mit Theaterqualität. Ein "Affe mit Becken" erweckte die Figuren des MB Himmelstadt, die nicht angestaubt, sondern akrobatisch über die Bühne wirbelten. Wie turbulent es im Hotel zugehen kann, zeigte das MB Fuchsstadt. Was als komische Nummer begann, steigerte sich qualitativ bis zum erkennbaren Gardetanz. Die Jungs, immer lächelnd, hatten sichtlich Spaß am Auftritt der sich aufs Publikum übertrug.

Gruselig schön, so der Einzug der Mexikanischen Totengötter des MB Karlburg mit Gänsehautfeeling. Die figurbetonten Ganzkörper-Kostüme lenkten die Damenwelt kurzweilig vom Tanz ab. Vom Mystischen Totentanz bis Highway to Hell, stilecht mir Höllenrad, bis hin zum Breakdance zeigten die Karlburger ihre tänzerischen Fähigkeiten.

Affenbande und Matrosen

Anfangs war es den Aktiven der Affenbande des MB Büchhold unter dem Fell sehr heiß, doch als diese die Hüllen fallen ließen, wurde es allerhöchstens den Frauen im Saal warm ums Herzn. Die Moderatorinnen gingen auf Tuchfühlung, um zu ertasten, welches Sixpack echt und welches aufgemalt war.

Die tanzbeinschwingenden Matrosen aus Aura zeigten sich im Matrosen-Outfit. Vom "Drunken Sailor" bis zum knallroten Gummiboot sang das begeisterte Publikum die Songs mit, während die Matrosen auf der Bühne waghalsige Sprünge zeigten. Das Freundschaft niemals enden muss, zeigten die Jungs des MB Oberthulba. Nach dem Öffnen eines verstaubten Tagebuchs wurden Erinnerungen von der Kindheit bis zum Greisenalter in authentisch abgestimmten Kostümen getanzt. Die Darbietung, eine echte Augenweide samt schwungvoller Musik, war bühnenreif.

Mit viel Engagement, mit Klamauk, tollen Choreografien, Hebefiguren und perfekten Outfits begeisterten alle Darbietungen der neun Tanzgruppen das meist weibliche Publikum.

Unermüdlich und redegewandt hatten die Moderatorinnen den Abend voll im Griff. Zum Schluss blieb genug Power, um den Aktiven in Küche, Getränkeausgaben, Ordnern und vielen weiteren Helfern für deren Unterstützung zu danken, wie auch der Gesellschaftspräsidentin Susanne Weber für ihr Engagement.

Nachdem Programmende um ging die Party erst richtig los. Mit Gästen aus allen angrenzenden Landkreisen wurde bis zum frühen Morgen gefeiert. Viele verabredeten sich bereits für den kommenden Weiberfasching in "Aschi".