Alles begann mit einer Katastrophe: Am 25. April 1854 zerstörte ein Großbrand viele Gebäude in der Stadt, darunter auch das Rathaus. Damit das nicht wieder passiert, schufen die Bürger vor 160 Jahren die Hammelburger Feuerwehr.

"Es waren kaum die Notrufe gegeben, als auch schon ganze Häuserreihen in hellen Flammen standen und der heftige Wirbelwind die mächtigen Feuersäulen von Dach zu Dach trieb, so daß die Einwohner an eine Rettung der Habe kaum denken konnten", berichtet die Döll-Chronik über den Stadtbrand. Das verheerende Ereignis brannte sich quasi in das historische Gedächtnis von Hammelburg ein.

Zwei Jahre nach dem Feuer gründete sich daher aus den Reihen der Bürger ein Direktorium. Aus diesem ging zwei weitere Jahre später - 1858 - dann die Feuerwehr hervor, wie Peter Sell, einer der aktuellen drei Vorsitzenden, berichtet.

Der Verein zählt laut Sell etwa 220 Mitglieder, darunter mehr als 80 aktive. Das sei eine gute Zahl. Die eigene Jugendfeuerwehr sorge dafür, dass immer wieder junge Mitglieder hängen blieben.
Dass die Feuerwehr ihre Aufgaben gut erfüllen kann, verdankt sie auch ihrem in der Geschichte noch recht jungen Standort. Das Feuerwehrgerätehaus mit dem markanten, 23 Meter hohen Schlauchturm wurde erst ab Ende 2000 gebaut. Davor war die Feuerwehr mitten in der Stadt, im Gebäude hinter dem Rathaus, untergebracht. Das erleichterte nicht gerade ein schnelles Ausrücken. Ein neuer Standort war "ein lange gehegter Wunsch", sagt Sell.

Das neue Feuerwehrgerätehaus an der Anbindung zur Bundesstraße 287 wurde zu einem Vorzeigeobjekt. Der Kostenrahmen für den Bau lag bei 5 000 000 Mark.

Auf das Gebäude ist die Hammelburger Feuerwehr bis heute stolz - und darauf, dass sie die älteste Feuerwehr im Landkreis Bad Kissingen und eine der ältesten in Bayern ist. Daher feiert sie ihr Jubiläum im Großzelt auf dem Bleichrasen, was in jüngster Vergangenheit nur noch selten passiert. Als Ehrengast hat sich für Sonntag der bayerische Innenminister Joachim Herrmann angekündigt.

Er nimmt am Gottesdienst um 10.30 Uhr im Festzelt teil und hält danach eine Rede. Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) und Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner (CSU) hatten ihn eingeladen. Die Zusage soll eine Überraschung und Würdigung für die Feuerwehr sein.

Am Tag zuvor nehmen 51 Feuerwehr-Teams aus der Oberpfalz sowie aus Ober-, Mittel- und Unterfranken am Leistungsmarsch teil. An zwölf Stationen müssen die Teilnehmer typische Aufgaben lösen, wie Schlauch ausrollen oder Saugleitung kuppeln. Vor zehn Jahren fand ein solcher Wettbewerb schon einmal in Hammelburg statt. Für die Kameraden bedeutet er zusätzlichen Organisationsaufwand neben dem Fest. Es ist mittlerweile schwierig geworden überhaupt Feuerwehren zu finden, die die Ausrichtung übernehmen, erklärt Winfried Kleinhenz. Er ist für den Leistungsmarsch verantwortlich.

Heute, 160 Jahre nach ihrer Gründung, wacht die Feuerwehr nicht nur über die Kernstadt. Zu einem häufigen Einsatzort zählt die Autobahn. Und mit ihrem Drehleiterwagen unterstützt die Hammelburger Feuerwehr die Nachbargemeinden.

Programm Die Feuerwehr feiert ihr Jubiläum im Zelt auf dem Bleichrasen. Festauftakt ist am Freitag ab 19 Uhr mit DJ I-Kel. Am Samstag geht die Party ab 20 Uhr (Einlass) mit der Antenne Bayern Band weiter. Die Feuerwehr bietet um Verständnis, dass als Vorsichtsmaßnahme am Freitag- und Samstagabend Taschenkontrollen am Eingang geplant sind. Am Sonntag gibt es um 9 Uhr ein Weißwurstfrühstück. Danach findet um 10.30 Uhr der Festgottesdienst statt. Anschließend gibt es Mittagsessen. Der Festzug durch die Stadt startet um 14 Uhr. Danach ist Festbetrieb. Am Montag ist ab 17 Uhr Festbetrieb. Um 19 Uhr gibt es Haxen.

Leistungsmarsch An zwölf Station, die über die Stadt verteilt sind, zeigen Feuerwehrleute am Samstag ihr können. Der 6. Leistungsmarsch im Regierungsbezirk Unterfranken startet um 9.30 Uhr am Bleichrasen. Dort endet auch jeder einzelne Durchgang. Die Siegerehrung ist für 16 Uhr geplant. Die Stationen, an denen sich die Teilnehmer verschiedenen Aufgaben stellen müssen finden sich unter anderem am Viehmarkt, am alten Feuerwehrhaus oder auf der Museumsinsel.