Es ist ein lauer Sommerabend und es ist still. Nur manchmal ist das Flügelschlagen der Schwalben zu hören, die um die St. Lambertus-Kirche in Thulba fliegen. Alle Augen und Ohren der rund 50 Zuhörerinnen und Zuhörer sind auf einen Mann gerichtet, der sein Publikum kompetent, humorvoll und sehr kurzweilig durch den Abend führt. Auf Einladung der katholisch-öffentlichen Bücherei Markt Oberthulba stellte Autor Titus Müller zwei bereits erschienene Bände seiner Spionin-Trilogie um die weibliche Hauptfigur Ria vor.

Ein ebenso spannendes wie düsteres Kapitel der Geschichte

Die Geschichte spielt in der Zeit nach dem Mauerbau bis 1973 in Ostberlin. Mit Auszügen aus "Die fremde Spionin" und "Das zweite Geheimnis" entführt er sein Publikum in ein spannendes und düsteres Kapitel deutsch-deutscher Geschichte und macht neugierig auf die weiteren Geschehnisse und das bewegte Leben der Protagonistin Ria. Gekonnt und spannend versetzt Titus Müller sein Publikum 50 Jahre zurück in eine Zeit, geprägt von Kaltem Krieg, Spionage, Macht und Ohnmacht, Manipulation, Bedrohung und Repressalien durch den damaligen Staatsapparat.

Der Autor, selbst in der ehemaligen DDR aufgewachsen, möchte seinem Publikum die wahren historischen Hintergründe seiner Romane näherbringen und hat dazu akribisch recherchiert. Und er lässt das Publikum teilhaben an seinen teils humorvollen Begegnungen rund um seine Nachforschungen, aber auch seine Schwierigkeiten, insbesondere an genaue Informationen über Spionage und Geheimdienstarbeit, zu gelangen. Bei der Frage, wie er an all diese geheimdienstlichen Details kommen kann, beteuert Titus Müller: "Ich bin kein Agent!"

Während einer kurzen Pause entstanden rege Gespräche bei Snacks und Getränken. Die sehr lebendige, exzellente deutsch-deutsche Geschichtsstunde ging nach gut zwei Stunden zu Ende.

Die Veranstaltung wurde gefördert von "Neustart Kultur". Die Romane und weitere Titel von Titus Müller können in der Thulbaer Bücherei ausgeliehen werden. Näheres unter https://thulba.koeb-unterfranken.de/red