In den letzten Tagen wurde drei Rotmilane und ein Kolkrabe tot in den Gemarkungen Diebach und Untereschenbach aufgefunden. Beide Arten sind streng geschützt. Die Todesursache wird gerade untersucht. Das teilt der Bund Naturschutz, Kreisgruppe Bad Kissingen, in einer Pressemeldung mit.

Sollten Spaziergänger tote Vögel in der Feldflur finden, bitte die Tiere nicht anfassen, da es sich um das auch für Menschen hochgefährliche Kontaktgift Carbuforan handeln könnte. Das bedeutet nur im Notfall und nur mit Handschuhen anfassen. Hunde sollten unbedingt an der Leine ausgeführt werden und verdächtige Fleischstücke oder tote Tiere an die Polizei gemeldet werden. Verdachtsmomente bitte in jedem Fall sofort der Polizeiinspektion Hammelburg, Tel.: 09732/90 60, melden, damit die Spurensicherung sofort anlaufen kann.

Am vergangenen Samstag wurden auf den Saalewiesen unterhalb des Diebacher Sportplatzes und unterhalb des Sodenberges Richtung Diebach je ein Rotmilan, am Sonntag 100 Meter entfernt Richtung Neumühle ein Kolkrabe, und am Donnerstag ein weiterer Rotmilan im Ort Untereschenbach entdeckt.

Die Vögel hatten ein intaktes Federkleid, Schussverletzungen waren nicht erkennbar, schreibt der BN. Als Todesursache könne Vergiftung zunächst nicht ausgeschlossen werden, auch Geflügelpest sei denkbar. Das Veterinäramt Bad Kissingen und Tierarzt Dr. Helmut Fischer haben die Untersuchungen auf Veranlassung von Ulf Zeidler und des Bund Naturschutz übernommen. Ein weiterer toter Rotmilan wird auf Veranlassung des LBV analysiert.

Beim Rotmilan handelt es sich um den Charaktervogel der Rhön. Seit 2014 gibt es hierzu ein Artenhilfsprojekt. Rotmilan und Kolkrabe fressen auch Aas und verendete Tiere. Der Kolkrabe ist aber dabei sehr vorsichtig. Falls eine Vergiftung vorliegt, ist dies ein Fall von Naturschutzkriminalität und wird dementsprechend geahndet.red