Ein nicht alltägliches Jubiläum feiern am heutigen Donnerstag, 15. April, die Schwestern Herlinde und ihr Mann Albert Vierheilig sowie Hermine und ihr Mann Edgar Emmert, denn in Westheim und in Elfershausen wird Diamantene Hochzeit begangen. Geheiratet haben die beiden Paare am 15. April 1961 in der Kirche in Westheim. Auch die Silberhochzeit und die Goldene Hochzeit haben die Paare dann zusammen gefeiert. Aufgrund der Pandemie wird dies jetzt nicht möglich sein. "Wir hoffen, die Feier im Oktober nachholen zu können", sagte Albert Vierheilig. Aber ein Gottesdienst mit sehr eingeschränkter Besucherzahl mit den beiden Jubel-Paaren ist geplant.

Die Schwestern Herlinde und Hermine Schäfer wuchsen in Westheim auf. Als sie heirateten, machten sie es ihrem Vater nach, auch er feierte eine Doppelhochzeit mit seinem Bruder. Als sie sich das Ja-Wort gaben, war der Vater der beiden Schwestern schon nicht mehr dabei, sie verloren ihn im Krieg und waren ohne ihn aufgewachsen.

Herlinde Vierheilig besuchte nach der Volksschule die Landwirtschaftliche Berufsschule in Würzburg sowie die Hauswirtschaftsschule in Oberzell. Danach war sie in Privathaushalten als Hauswirtschafterin tätig. "Unser Vater war Musikant und Orgelspieler und deshalb durften wir beide ein Instrument erlernen", berichtete sie. Die Schwester hätte Geige gespielt und sie Klavier, an das sie sich auch heute noch gern einmal setze. Als nach dem Krieg Organisten rar waren, brachte sie sich das Orgelspielen selbst bei und saß über viele Jahre an der Westheimer Orgel. Bei Familienfeierlichkeiten spielt sie noch Akkordeon.

Ihren Mann Albert Vierheilig lernte sie 1958 beim Sonnwendfeuer in Langendorf kennen. Dieser hat nach dem Besuch der Volksschule und der Landwirtschaftlichen Berufsschule bei einer Schweinfurter Firma Maschinenschlosser gelernt und war dann dort 25 Jahre als Autokranfahrer tätig. Anschließend wechselte er nach Bad Kissingen und war dort 20 Jahre im gleichen Beruf beschäftigt. In seinen 13 Jahren als Kirchenpfleger wurde die Kirche renoviert und ein Teil der Kirchenmauer angebaut, er war Vorsitzender der KAB-Ortsgruppe Westheim. Herlinde und Albert Vierheilig haben zwei Töchter und einen Sohn, neun Enkel und vier Urenkel.

Die jüngere Schwester Hermine lernte nach dem Besuch der Volksschule Schneiderin. Sie arbeitete drei Jahre in Bad Kissingen in ihrem Beruf, ehe sie Edgar Emmer heiratete. Verliebt hatten sich die beiden 1958 beim Westheimer Faschingstanz.

Aufgrund des immer wieder aufgetretenen Hochwassers hätten sie in Westheim keine Zukunft gesehen und sich deshalb entschieden, in Elfershausen einen Aussiedlerhof zu bauen. Um Geld zu sparen, sei dies ohne Baufirma bewerkstelligt worden. Der Neubau des Hofes und die Landwirtschaft seien seiner Frau nicht leicht gefallen, aber sie habe stets mit ganzer Kraft mitgeholfen.

Von 1972 bis 2007 war Edgar Emmert Obmann des Bayerischen Bauernverbandes und erhielt 1987 das Ehrenzeichen "Die Silberne Ähre". Im Mai 1983 wurde er zum Feldgeschworenen vereidigt. Als Gründungsmitglied und Aufsichtsratsvorsitzender der Milcherzeugergemeinschaft Hammelburg engagierte er sich von 1975 bis 2006 ebenso wie als Aufsichtsratmitglied der Raiffeisenbank Hammelburg von 1978 bis 2004. Für sein Engagement erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Mitglied der CSU ist Emmert seit über 50 Jahren, von 1972 bis 1978 war er im Gemeinderat, ließ sich aus Zeitmangel dann aber nicht mehr aufstellen. Die Emmerts haben vier Kinder, acht Enkel und der zweite Urenkel sei unterwegs, so Edgar Emmert.