Seit Jahrzehnten kümmert sich der Bund Naturschutz Bad Kissingen in enger Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde um Nistplätze für Mehlschwalben. Um die Akzeptanz bei Hausbesitzern zu erhöhen, werden neben Nestern auch Kotbretter angebracht. Wichtig ist auch die vertrauensvolle Aufklärungsarbeit, wie man im Falle einer Haussanierung Verschmutzungen durch den Kot der geschützten Tiere verhindern kann. Dies geschah in Hammelburg an zwei Objekten: der Merkurbank und dem Bürgerhaus.

Nach Abstimmung zwischen Hausbesitzer, Naturschutzbehörde und Bund Naturschutz wurden auf der Viehmarktseite des Bankgebäudes von Mitarbeitern der Firma Rösser Nester und Kotbretter angebracht. Unter Anleitung von Ulf Zeidler vom BN konnten die Nester, um 30 neue Mehlschwalbennestern ergänzt werden.

Weiterhin wurden auch die Nester der Mehlschwalbenkolonie, die am Bürgerhaus waren und wegen dem Umbau umgesiedelt werden müssen, vom Bauhof der Stadt Hammelburg unter fachlicher Anleitung von Ulf Zeidler und in Absprache mit der UNB vom BN rechtzeitig vor Brutbeginn an der ehemaligen Volksschule angebracht. "Ein lobenswertes Beispiel für Erhalt der Artenvielfalt und praktischem Naturschutz im Stadtbereich. Die Nester sind bereitet. Freuen wir uns auf die Ankunft der Zugvögel", so Zeidler.

In Deutschland leben drei Schwalbenarten, zwei davon brüten im Landkreis KG, nämlich die Rauchschwalben in Einzelnestern in Ställen landwirtschaftlicher Anwesen sowie die Mehlschwalben in Brutkolonien außen an den Häusern unter dem Dachvorsprung. Die dritte Art, Uferschwalben sind bei uns nicht heimisch.

Schwalben sind Zugvögel, sie verbringen den Winter in Afrika und kommen Anfang April zurück. Sie ernähren sich von kleinen Insekten, Fliegen und Mücken, die sie in der Luft fangen, bei Schönwetter hoch am Himmel und bei Schlechtwetter im Jagdflug flach über den Wiesen. Sie machen häufig zwei Jahresbruten, im Nest sind meist drei bis vier Junge. Natürliche Feinde der Schwalben sind Wander- und Baumfalken, die ihnen im Flug am Himmel nachstellen sowie Sperber, die versuchen direkt an den Brutkolonien Beute zu machen.

Hilfe beim Nestbau

Weil es in unserer gepflegten Kulturlandschaft den Schwalben oft an Nestmaterial, natürlicherweise Lehm, mangelt, sind Nesthilfen notwendig geworden. Feldwege sind befestigt und es fehlen Pfützen. Kotbretter unter den Nestern verhindern Verschmutzungen.

Die Kreisgruppe des Bund Naturschutz Bad Kissingen bemüht sich seit Jahrzehnten, diesen nützlichen und geschützten Vögeln beim Nestbau zu helfen und bietet künstliche Nester und Kotbretter unter Naturnestern an. Davon wird von der Bevölkerung gerne Gebrauch gemacht. Man kann die Jungenaufzucht aus nächster Nähe am eigenen Haus miterleben.

Sehenswerte Kolonie

Die größte Mehlschwalbenkolonie in der Rhön lebt im Anwesen der Familie Spahn in Windheim bei Hammelburg. Dort ziehen seit vielen Jahren mehr als 100 Brutpaare in zwei Jahresbruten ihre Jungen auf. Unter dem Dachvorstand einer Scheune sind viele künstliche Nester aus Holzbeton montiert und die Schwalben haben dieses Angebot durch eigene Naturnestern ergänzt. An Natur interessierten Besuchern - Schulklassen, Kindergärten, Vogelfreunde - mangelt es nicht.