Anlässlich des Volkstrauertages versammelten sich Soldaten und zivile Mitarbeiter der Infanterieschule an der Kriegsgräberstätte "Am Felschen" auf dem Truppenübungsplatz Hammelburg, um den Opfern von Gewalt und Krieg zu gedenken. Es war ein nasskalter, nebliger Morgen, der die düstere Stimmung am Soldatenfriedhof untermalte.

Das 10 600 Quadratmeter große Areal war gesäumt von Soldaten und zivilen Mitarbeitern des Standorts und die Kapelle der Standortverwaltung umrahmte das Gedenken musikalisch. An diesem "wenig heimeligen Ort", wie Sebastian Herbert, der katholische Militärpfarrer aus Hammelburg, ihn beschrieb, liegen 2987 Soldaten der Roten Armee, die während des Zweiten Weltkrieges starben, sowie 44 russische Kriegsgefangene aus dem Ersten Weltkrieg begraben.

"Nicht nur den Opfern von Gewalt und Krieg aus vergangenen Zeiten soll heute gedacht werden, auch denjenigen, die auch heute noch dem Terrorismus und der politischen Verfolgung zum Opfer fallen", so der Militärpfarrer.

Auch Brigadegeneral Michael Matz, General der Infanterie und Kommandeur der Infanterieschule, wendete sich an die Angetretenen: "So, wie ein Volk seine Toten verehrt, so offenbart sich seine Seele vor dir." Dieses Zitat von Konfuzius veranschauliche, welche Verantwortung den heutigen Generationen obliegt. Der Volkstrauertag dürfe sich nicht in der Rückschau erschöpfen, sondern solle mahnen, die richtigen Schlüsse für die Gegenwart und Zukunft zu ziehen: "Gegen Krieg und Gewalt - für dauerhaften Frieden, Gerechtigkeit und Menschlichkeit", verdeutlichte der General. Dabei appellierte er an die Soldaten: "Sie haben genau den richtigen Beruf gewählt, um uns dabei voran zu bringen. Seien Sie dabei genauso tapfer, wie die Kameraden, derer wir heute gedenken." Die Niederlegung zweier Kränze schloss das Gedenken ab.red