Bei einer Wanderung mit dem Bund Naturschutz und dem Revierleiter Christoph Uffelmann ging es von Dittlofsroda aus in den Wald zum Trettsteiner Wasserfall. Die richtige, der Klimaerwärmung angepasste Waldbewirtschaftung war ein Thema, das Förster Uffelmann, ansprach: "Naturschutz ist auch aus forstwirtschaftlicher Sicht wichtig geworden. Wir müssen den Wald fit für den Klimawandel machen."

Trockenheit und Stürme

Die letzten drei Jahre seien schwierig gewesen. Trockenheit und Stürme setzten dem Wald zu. "Die sogenannten Mastjahre, in denen Bäume wie etwa die Eichen oder Buchen verstärkt Früchte tragen, treten normalerweise alle sieben Jahre auf, nun fast jährlich", erläuterte Uffelmann. Sie seien ein Zeichen, dafür, dass der Baum geschwächt ist und für Nachkommen sorgen möchte. Auch die Zunahme an Schadinsekten wie Schwammspinner, Borkenkäfer, Eichenprozessionsspinner weist auf den Überlebensstress der Bäume hin. Durch den erhöhten Anfall von Schadholz ist der Nadelholzpreis stark gesunken.

Mit der Waldabteilung Heiligenholz, die am Wanderweg von Dittlofsroda zum Trettsteiner Wasserfall liegt, befanden sich die Exkursionsteilnehmer in einem bunt gemischten Altersklassenwald mit viel Laubholzanteil, so wie sich der Förster den Wald der Zukunft vorstellt. Obwohl Wartmannsroth einen Laubholzanteil von über 50 Prozent hat, gibt es auch hier reine Fichtenbestände, die auf trockenheitsresistentere und hitzebeständigere Baumarten umgebaut werden müssen.

Hoffnungsträger Eiche und Ulme

Das Problem ist, so der Förster, dass die Forstwirtschaft viele Jahrzehnte vorausschauen muss. So sind auch hier im Landkreis schon die Schäden an den bisher für robust gehaltenen Buchen, die freistehen, etwa an der Autobahn oder an stark verdichteten Rückegassen, oder auf wechselfeuchten Standorten, erschreckend sichtbar.

Als Hoffnungsträger bleibt die Eiche. Oder Baumarten wie Flatterulme und Zedern, die mit der Trockenheit wesentlich besser zurecht kommen. Hier fehlt aber zum Teil die Praxiserfahrung im Forst. Auch Edelkastanien, die ursprünglich ihre Verbreitung in den Wäldern Süd- und Westeuropas haben, wurden 2017 schon in der Gemeinde gepflanzt.

Uffelmann, der für die Forstbetriebsgemeinschaft Rhön-Saale die Gemeindewälder Wartmannsroth und Oberthulba betreut, plädiert für geringe Holzentnahmen und vorsichtige Eingriffe in gerade jungen und mittelalten Beständen. Damit in älteren Beständen die nächste Baumgeneration, am besten aus Naturverjüngung, nachzuziehen, muss man allerdings durch Holzerntemaßnahmen ausreichend Licht schaffen, um eben auch lichtbedürftige Baumarten wie beispielsweise die Eiche zu etablieren.

Angesprochen auf die Bodenverdichtung bei der Holzernte durch den fehlenden Frost im Winter und den Einsatz von Harvestern, erklärt Uffelmann, dass auf die trockenen Monate wie etwa schon ab September für den Holzeinschlag ausgewichen wird. Holzrücken mit dem Pferd wird ein Nischenbereich bleiben. Es gibt dafür nicht genügend Rückepferde.

Am Schluss wies der Förster noch auf die Bedeutung von sogenannten Biotopbäumen hin. Diese bieten einen wichtigen Lebensraum zum Beispiel für Spechte und Fledermäuse wie die Bechsteinfledermaus und das Mausohr. Alte, absterbende und umgefallene Bäume, insbesondere Eichen, fördern die Artenvielfalt wie Hirschkäfer oder den Großen Eichenbock. Auf dem Rückweg wurde noch angemerkt wie wichtig Feldgehölze, Bäume und Hecken als Rückzugsmöglichkeit für Tiere und als Wind- und Erosionsschutz für die Landwirtschaft sind.