Der Neujahrsempfang, stets eine gemeinsame Veranstaltung der Stadt Hammelburg sowie der großen Bundeswehr-Dienststellen des Lagerberges (Infanterieschule, das Vereinte Nationen Ausbildungszentrum der Bundeswehr sowie das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum), bei der Neuigkeiten ausgetauscht werden, ist heuer aufgrund der anhaltenden Pandemie ausgefallen. Wir haben nachgefragt, wie es in Zeiten von Corona und seinen Einschränkungen bei der Hammelburger Bundeswehr läuft und wie der Austausch zwischen Lagerberg und Tal derzeit funktioniert.

Hauptmann Jan Volkmann, Presseoffizier des Ausbildungszentrums Infanterie, macht deutlich, dass auch in Zeiten der Pandemie eine ständige Kommunikation zwischen General Matz als General der Infanterie und Kommandeur Infanterieschule sowie dem Landrat und den umliegenden Bürgermeistern besteht, allerdings vorwiegend per Telefon. Der persönliche Austausch ruht überwiegend zu Gunsten des Infektionsschutzes.

Der letzte repräsentative Termin war eine gemeinsame Kranzniederlegung anlässlich des Volkstrauertages im November, allerdings bereits unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Ansonsten feiere man im Dezember üblicherweise ein öffentliches Adventskonzert mit dem Heeresmusikkorps Veitshöchheim in der Stadtpfarrkirche als gemeinsame Veranstaltung der Stadt Hammelburg sowie des Ausbildungszentrums Infanterie. Zusätzlich lädt das Ausbildungszentrum Infanterie sonst immer einmal pro Halbjahr zum 'Grünen Schluck' ein, an dem Aktive, Ehemalige und lokale Persönlichkeiten teilnehmen. "Wir hoffen, diese Formate so bald wie möglich wieder aufnehmen zu können - auch wenn sich die Durchführung von dem bislang Gewohnten unterscheiden wird. Der soziale Austausch fehlt", macht Volkmann deutlich.

Weniger Teilnehmer als sonst

Trotzdem läuft der Übungsbetrieb weiter, wenn auch unter anderen Voraussetzungen. "Wir haben die 'neue Ausbildungsnormalität' erreicht", sagt der Sprecher der Bundeswehr. Das bedeutet, "unsere Lehrgänge laufen unter strengen Hygienemaßnahmen mit etwa 80 Prozent der sonst üblichen Lehrgangsteilnehmer fort. Alle Lehrgänge werden mit entsprechenden Hygienekonzepten befohlen und kontinuierlich den aktuellen Rahmenbedingungen angepasst."

Am Lagerberg führe man insbesondere die unverzichtbare laufbahnrelevante Ausbildung fort, die die Soldaten als Voraussetzungen für Beförderungen benötigen oder um auf einen anderen Dienstposten versetzt zu werden. Damit hat die Laufbahnausbildung eine direkte Auswirkung für die geforderte Personalregeneration der Bundeswehr und trägt somit zum Herstellen und Halten der Einsatzbereitschaft der Streitkräfte bei. "Andere Ausbildungen hingegen schieben wir, wo immer möglich, auf, da diese eher einen Fortbildungs- und weniger einen Erstausbildungscharakter hat", erläutert Volkmann weiter.

Blockausbildung ohne Ausgang

In Sachen Hygienekonzept tragen die Soldaten, wo immer der Mindestabstand unterschritten wird, eine Mund-Nase-Bedeckung. Inzwischen habe man auch große Vorräte an FFP2- sowie OP-Masken, die anlassbezogen ausgeben werden. Für jeden Lehrgang gebe es ein eigenes Hygienekonzept. Beispielsweise finden ausgewählte Lehrgänge in so genannten "Kohorten" als Blockausbildung statt. Dabei werden die Lehrgangsteilnehmer für einen bestimmten Zeitraum zusammengefasst und der Umgang mit Personen außerhalb der Kohorte untersagt, bzw. auf das absolute Minimum heruntergefahren. Diese Soldaten dürfen nach Dienstschluss nicht die Kaserne verlassen und haben auch am Wochenende Dienst. Nachdem der jeweilige, komprimierte Ausbildungsblock abgeschlossen ist, erhalten sie als Ausgleich mehrere Tage frei.

Das hat bislang dazu beigetragen, dass der Standort Hammelburg seit Anfang des Jahres den Inzidenzwert "null" hat. "Hier zeigt sich: Strenge Hygienemaßnahmen zahlen sich aus", so der Presseoffizier. Es gebe zwar einige Verdachtsfälle, allerdings hätten sich diese bisher nicht bestätigt. Sowohl Verdachtsfälle, als auch bestätigte Fälle wurden in der Vergangenheit und werden sofort vom Rest der Truppe isoliert und in häusliche Quarantäne überführt. Hierbei halte man sich an die Vorgaben der Überwachungsstelle für öffentlich-rechtliche Aufgaben und der jeweiligen zivilen Gesundheitsämter.

Kameradschaft funktioniert

"Dennoch gilt es auch künftig aufmerksam zu bleiben, da unsere Angehörigen und Lehrgangsteilnehmer aus ganz Deutschland kommen", weiß Presseoffizier Jan Volkmann. Eine ständige Herausforderung sei beispielsweise die Mund-Nase-Bedeckung: Die Ausbildung der Soldaten finde unter hohen körperlichen Belastungen und Stress statt. Dann sei es besonders wichtig, dass die Kameradschaft funktioniert und "wir uns gegenseitig darauf hinweisen, rechtzeitig die Mund-Nase-Bedeckung anzulegen. Bisher klappt dies insgesamt gut und es wird von den zuständigen Vorgesetzten regelmäßig kontrolliert", versichert Volkmann.