Als 2016 die Initiative ergriffen wurde, den 1940 mit gebrannten Ziegelsteinen erbauten Kohlenmeiler im Neuwirtshauser Forst zu restaurieren, um diesen vor dem Verfall zu retten, unterstützte der Forstbetrieb Hammelburg dieses Projekt, da sich zwölf Altherrenwanderer bereit erklärten, diese Maßnahme ehrenamtlich zu unterstützen. Nach der gelungenen Restaurierung des Kohlenmeilers im Neuwirtshauser Forst, in insgesamt 200 ehrenamtlichen Arbeitsstunden, kam der Gedanke auf, das alte Köhlerhandwerk wieder aufleben zu lassen.

Als ein Aktivposten des FC-Alemannia Schwärzelbach präsentiert sich neben der Damen-Gymnastikgruppe seit mehr als 25 Jahren die Altherren-Wandergruppe. Aus dieser formierte sich wiederum eine AltherrenWandergruppe, die alle 14 Tage die Wanderstiefel schnürt.

Aus dieser Gruppe entstand eine ehrenamtliche Interessengemeinschaft, die den Kohlenmeiler wieder in Betrieb nehmen wollte. Sprecher des neuformierten Kohlenmeiler-Teams (KMT) und Koordinator der ehrenamtlichen Arbeitseinsätze ist Peter Schühler. Weitere Kontaktpersonen sind: Roland Eusemann (Schwärzelbacher Wandergruppe), Gerhard Brust (Gemeinde Wartmannsroth bezüglich Friedhofspflege in Schwärzelbach) und Theodor Busch (Forstbetrieb Hammelburg).

Für den richtigen Umgang mit dem Kohlenmeiler engagierte das Team einen erfahrenen Köhlermeister aus dem Ort Glasofen bei Marktheidenfeld, der allen das Anbrennen mit Buchen-Scheitholz im Kohlenmeiler und die Besonderheiten des Verkohlungsprozesses vermittelte. Bereits die zweite, selbstständige Kohlenmeiler-Inbetriebnahme funktionierte da schon vielversprechend, so dass das Endprodukt, die Grillholzkohle, verkauft werden konnte.

Schnell war sich das Kohlenmeiler-Team einig darüber, dass die Erlöse aus den Verkäufen der Holzkohle gemeinnützigen Einrichtungen vor Ort zugutekommen sollen. 750 Euro gingen bisher an den Kindergarten "St. Mauritius" in Schwärzelbach und 1100 Euro an die Ortskirche "St. Mauritius", ebenfalls in Schwärzelbach.

Im Laufe der Jahre hat sich eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsforsten ergeben, da sich der Kohlenmeiler und die danebenstehende Köhlerhütte im Neuwirtshauser Forst im Eigentum des Freistaates Bayern befinden und vom Forstbetrieb Hammelburg bewirtschaftet wird. Auf Anfragen des Forstbetriebes Hammelburg, entweder durch Forstbetriebsleiter Da-niel Zippert, oder durch den Revierleiter des Forstrevieres Neuwirtshaus, Gerhard Wagenmann ist das Kohlenmeiler-Team immer gerne bereit, im Forst mitzuarbeiten. So etwa bei Anpflanzungen im Wald im vergangenen Januar oder bei der Instandsetzung von Denkmälern und Räumen von Giebelholz von Kulturflächen. Dabei wurde das geräumte Holz gleich für die Verkohlung im Kohlenmeiler verwendet. Weitere Aktionen des derzeit 18-köpfigen Kohlenmeiler-Teams waren die Herstellung des barrierefreien Zugangs zur Schwärzelbacher Kirche, Pfarrheim und Sakristei im November 2016, die Gehweg-Pflasterarbeiten im Mai 2018 und die Neuanlage einer Urnengrabstätte im Juli 2018 jeweils auf dem Schwärzelbacher Friedhof. Die Herstellung einer Betonbodenplatte im Juli 2019 für einen geplanten Wetterschutz-Unterstand am "Brennerweg" neben dem Aussichtshügel bei Schwärzelbach und viele weitere Aktivitäten.

Zuletzt wurde Ende August 2020 das Dach der Köhlerhütte ausgebessert und anschließend komplett mit Dachziegeln neu eingedeckt. Allein hierfür wurden 433 Arbeitsstunden vom Kohlenmeiler-Team ehrenamtlich geleistet. Der Forstbetrieb freut sich auch zukünftig auf die Zusammenarbeit und weitere gemeinsame Projekte. Der Forstbetrieb übergab zum Dank allen Helfern des Kohlenmeiler-Teams ein bedrucktes T-Shirt.