Etwa 400 Pilger feierten das Jubiläum 300 Jahre Wallfahrt ins Steinthal und gleichzeitig ein frohes Wiedersehen mit dem früheren Pfarrer von Hammelburg, Josef Treutlein. Sie kamen nicht nur aus der Pfarreiengemeinschaft Sieben Sterne im Hammelburger Land, sondern aus dem ganzen Landkreis.
100 von ihnen - kleine und große Wallfahrer - hatten sich zuvor bei idealem Wetter zu Fuß "auf die Spuren des Müllers" begeben. Sie gingen den Weg von der Herrenmühle zum Steinthal nach. Unterwegs begleitete sie Pfarrer Thomas Eschenbacher zu vier Stationen. Inhaltlich nahmen diese Bezug auf die Erlebnisse des Müllers Johann Keck vor 300 Jahren. Doch schlugen sie auch einen Bogen zu Maria und in unser heutiges Leben.
Wie berichtet, hatte der Mühlenpächter Johann Keck auf dem Weg durch das Steinthal einen lebensbedrohlichen Blutsturz erlitten. Weil er gerettet wurde, stellte er zum Dank im Jahr 1716 das Votivbild mit der Gottesmutter und dem Jesuskind im Steinthal auf. Seit der damaligen Zeit kommen Wallfahrer an diesen Ort. Etliche Jahre später errichtete Keck auch die Kapelle.
In der feierlichen Maiandacht ging Festprediger Pfarrer Josef Treutlein auf diese der Wallfahrt zugrunde liegende Geschichte ein. Er stellte heraus, dass der Müller in seiner Not Maria um Hilfe angefleht habe und dass er mit diesem Votivbild seine Geschichte öffentlich erzählt habe. Er habe also ein deutliches Glaubenszeugnis abgelegt.


Fest nach der Andacht

Ganz im Sinne von Papst Franziskus interpretierte Treutlein die Darstellung des Jesuskindes auf eine ganz neue Weise: Das Jesuskind strecke seine Arme zur Seite aus, als wolle es gerade auch die weiter weg Stehenden einladen. Und damit erinnere Jesus uns daran: "Diese gehören auch zu eurer Gemeinschaft!"
Herzlich dankte Pfarrer Thomas EschenbacherTreutlein für sein Kommen und die Gestaltung der Maiandacht. Er überreichte ihm den neuen Steinthal-Jubiläums-Bocksbeutel. Auch Restaurator Reinhold Müller sowie Bürgermeister Armin Warmuth erhielten einen Jubiläums-Bocksbeutel. Die Stadt hatte für die neue Asphaltierung des Weges gesorgt. Musikalisch begleitete die Stadtkapelle Hammelburg sowohl die Maiandacht als auch das heitere Fest hinterher, das durch Zusammenarbeit der Pfarreiengemeinschaft organisiert wurde. Viele nutzten die Gelegenheit zu Begegnung und Gespräch untereinander und mit dem Gast vom Würzburger Käppele, wo Pfarrer Treutlein jetzt Wallfahrtsseelsorger ist.