Die überarbeitete Planung zum Neuausbau der Ortsdurchfahrt mit den Randbereichen und Radwegen ist ein "dicker Brocken". Wird sie übernommen, entstehen Gesamtkosten von rund 2,4 Millionen Euro, die die Gemeinde aber nicht alleine finanzieren muss. Das Staatliche Bauamt und das Amt für ländliche Entwicklung (ALE) sind mit im Boot und übernehmen einen Großteil der Summe. Allerdings werden auch die Bürger zur Kasse gebeten.
Während die Behörde die Kosten für den kompletten Ausbau der Ortsdurchfahrt (OD) und des Radwegebaus außerhalb des Orts übernimmt, trägt sie innerhalb der Ortsgrenzen nur 50 Prozent. Den Rest müssen sich die Teilnehmergemeinschaft (TG) der Dorferneuerung (DE) und die Gemeinde teilen.


Anlieger müssen sich beteiligen


An dieser Summe und an der Gestaltung der Randbereiche müssen sich nach Förderung der Teilnehmergemeinschaft in Höhe von 338 000 Euro auch die Anlieger in Form einer 60-prozentigen Umlage beteiligen. Bürgermeister Thomas Hack (CSU/Bürger für Aura) ging in der jüngsten Gemeinderatssitzung davon aus, dass nicht nur die Anlieger der "Schrenk", sondern bei den Radwegen auch alle Anwohner der Hauptstraße mit bezahlen. Die sind rund 40 Grundstücksbesitzer.

An der Schrenk soll bekanntlich ein Rad- und Fußweg in Richtung Wittershausen entstehen, der bis zur Einmündung der Klosterauffahrt geführt wird. Am Ortsausgang nach Euerdorf wird der bestehende Radweg an das Dorf angebunden. Auf jeden Anlieger kämen - inklusive der Gestaltung der Randbereiche - nach dem aktuellen Planungsstand ca. 4400 Euro zu.

"So wirtschaftlich günstig kommt die Gemeinde nicht mehr an einer Erneuerung", warb der TG-Vorsitzende, Baudirektor Jürgen Eisentraut. Doch aus Sicht der Bürger muss auch noch die Erneuerung des Kanal- und Wasserleitungsnetzes in die Kalkulation mit einbezogen werden, an dem die Nutzer natürlich auch beteiligt sind. Das ist eine Maßnahme, die mit voraussichtlich noch einmal einer Million Euro zu Buche schlagen wird.


"Billiger wird's sicher nicht"


Kritik an der Umlage wehrte Hack mit dem Hinweis auf die Hausbesitzer in den Neubaugebieten Auras ab, die beim Kauf ihrer Grundstücke bereits Erschließungskosten bezahlt haben, was den Einwohnern im Altort erspart bliebe.

Noch seien die Verantwortungsträger frei von einer Entscheidung, erinnerte TG-Vorsitzender Eisentraut, der dafür plädierte, diese in einer gemeinsamen Sitzung des Gemeinderats und Teilnehmergemeinschaft zu fällen.
Würde dies abgelehnt, "wäre eine einmalige Chance vertan - und billiger wird's sicher auch nicht".

Gemeinderat und TG-Vertreter rangen sich jedoch zu mehreren Beschlüssen durch. So soll Architekt Bernd Müller die vorgelegte Planung (Phase II) vertiefen und die Planungsmehrkosten erstattet bekommen. Zur Umgestaltung der "Zent", die Müller ebenfalls planerisch betreut, wird ein Vertrag mit dem Architekten über die vorbereitenden Arbeiten und die Kostenplanung geschlossen.

Jutta Hofmann, Anwohnerin der Schrenk, zieht eine kurze Bilanz. "Das ist sehr viel Geld, das die Bürger zahlen müssen. Die Schrenk ist eigentlich ein Außenbereich und die Radler fahren bis heute alle auf der Staatsstraße", beurteilt sie skeptisch das dortige, umfangreiche Rad- und Fußweg-Projekt. "Das Leben in Aura ist teuer. Es gibt sicherlich Bürger, die nicht so viel verdienen und denen es schwerfällt, die Umlagen zu bezahlen", fügt sie hinzu.