Abschied feierte Kim J.N. Sell, Diakon im Nebenberuf, von der Pfarreiengemeinschaft Sieben Sterne im Hammelburger Land. Nach acht Jahren des seelsorglichen Lernens und Wirkens in Hammelburg wechselt er zum 1. September auf eine hauptberufliche Stelle in die Pfarreiengemeinschaften St. Georg, Bad Brückenau, und Maria Ehrenberg, Kothen.
"Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden!" Dieses Zitat aus dem Römerbrief (Röm 12,15) stand nicht nur als Motto über der Diakonenweihe im Jahr 2008. Es war auch Schwerpunkt des festlichen Dankgottesdienstes in der Stadtpfarrkirche St. Johannes. In seiner Ansprache legte Kim Sell deshalb nochmals dar, wie er seine Aufgabe als Diakon versteht: die Menschen auf ihrem Lebensweg zu begleiten, fröhliche und traurige Lebenssituationen mit ihnen zu teilen und ihnen beizustehen.

Abschiedstour zu Fuß

Die Jahre in der Pfarreiengemeinschaft der Sieben Sterne waren nach eigener Aussage für ihn sehr prägend. Mit vielen Menschen ist Kim Sell ein Stück des Lebensweges gegangen. Deshalb hatte er sich eine besonders passende Form des Abschiednehmens ausgedacht: eine Tour (überwiegend) zu Fuß von Gauaschach über Pfaffenhausen, Ober- und Untereschenbach, Unter- und Obererthal bis nach Hammelburg. Überall machte er "geistlich Station", sei es in einem Wortgottesdienst, einer Vesper oder am Schluss im Dankgottesdienst. Wanderbegleiter waren herzlich eingeladen - und so gingen mehrere mit: einige davon die ganze Strecke, von Gauaschach über die anderen Dörfer bis nach Hammelburg, andere nur ein Teilstück.
Pfarrer Thomas Eschenbacher hob hervor, dass dieser die dienende Aufgabe eines Seelsorgers immer wieder in Erinnerung gerufen habe. Auch in der Malteser-Hospiz-Gruppe hatte sich Sell engagiert, deshalb überreichte ihm Theresia Merz eine holzgeschnitzte Figur seines Lieblingsheiligen Franziskus.
Für die Pfarreiengemeinschaft sprach Andreas Wacker, der Vorsitzende des Gemeinsamen Ausschusses. Er überreichte Kim Sell einen kleinen Findling in Anspielung auf dessen Herkunft als koreanisches Findelkind. Darauf hatte er den Satz eingraviert: "Er vermittelte Hoffnung und war immer gerne nah bei den Menschen". Im Anschluss an den Gottesdienst, den die Gruppe Sing'n'Swing musikalisch mitgestaltete, war bei einem kleinen Stehempfang im Pfarrhof Gelegenheit, sich persönlich zu verabschieden.