Von Egenhausen aus nehmen sie in einem großen Lastwagen ihren Weg nach Berlin zur Großsammelstelle. Von dort aus werden sie weiter in die verschiedenen Länder verteilt. Im vergangenen Jahr wurden die Schuhkartons, auch die, die aus dem Altlandkreis kamen, an Kinder in Kasachstan, Moldawien, Weißrussland, Rumänien und Polen verteilt. Jedem einzelnen Päckchen ist die liebevolle Auswahl der Geschenke und Gestaltung der Kartons anzusehen. Diese Botschaft der Liebe, Hoffnung und des Glaubens an die Kinder macht "Weihnachten im Schuhkarton" so besonders.


Viele bunte Schuhkartons

In diesem Jahr konnten in der Region 443 liebevolle Schuhkartons gepackt werden. Das sind zwar ein paar weniger als im vergangenen Jahr, aber die Familien Reis und Densch sind trotzdem begeistert, denn sie wissen, dass zur Zeit die Bürger an vielen unterschiedlichen Stellen versuchen zu helfen.

Unzählige bunte Schuhkartons stapelten sich im Hausgang und in den Zimmern von Familie Reis in Fuchsstadt. Gemeinsam mit Familie Dieter Densch aus Machtilshausen bzw. aus Diebach nahmen sie in den vergangenen Wochen die gefüllten Schuhkartons entgegen, die Kindern in Not ein schönes Weihnachtsfest bereiten sollen. Denn, das ist das Ziel von "Weihnachten im Schuhkarton": Kinder zu beschenken, deren Eltern das nicht können oder auch Kinder, die gar keine Eltern mehr haben. "Die Päckchen aus den deutschsprachigen Ländern gehen zum Beispiel nach Bulgarien oder Moldawien, an Kinder, die teilweise noch nie ein Weihnachtsgeschenk bekommen haben", erklärt Dieter Densch.
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Alle haben sich viel Mühe mit dem Füllen der Päckchen gemacht. Die meisten wissen genau, dass sich viele Kinder in diesen Ländern über die liebevoll gepackten Schuhkartons mit Überraschungen und nützlichen Dingen freuen. Doch nicht alles darf rein: "Bei Lebensmitteln muss man auf Allergien achten, Nüsse sind zum Beispiel tabu oder Gummibärchen, da dort Gelatine enthalten ist." Aber auch gebrauchte Geschenke werden aussortiert, ebenso wie Kriegsspielzeug. Jedes Paket wird darum von Bettina und Jürgen Reis und ihren Töchtern Verena und Selina geöffnet und kontrolliert, dabei wird es an manchen Tagen, wo viele Päckchen abgegeben werden schon mal spät in der Nacht. Wenn zu wenig in manchen Päckchen ist, wird nachgelegt: "Wir haben auch viele Spenden, die nicht in Schuhkartons zu uns kommen. Eine Frau aus Untereschenbach beispielsweise hat im vergangenen Jahr fleißig Socken gestrickt, die nun auch die Füße der Kinder wärmen sollen. "Damit füllen wir dann die Päckchen auf", sagt Bettina und zeigt auf die Tische, auf denen sich Kuscheltiere, Klamotten, Stifte und Zahnpasta stapeln. Zahnpasta zu Weihnachten? "Klar, auch darüber freuen sich die Kinder, die unsere Pakete bekommen. Unter Umständen können sie sich so etwas nicht leisten", so Verena Reis.

Meistens bekommen die Kinder ihre Geschenke bei einer kleinen Weihnachtsfeier in ihrem Kindergarten, ihrer Schule, aber auch in Einrichtungen für behinderte Kinder, in Ganztagesstätten, Kinderheimen oder Krankenhäusern. Neben der Freude, die diese Geschenke den Kindern und auch ihren Familien machen, sind sie ein Zeichen christlicher Nächstenliebe.


Benefizkonzert mit "Romana"

Viele Kindergärten und Schulklassen aus der Region haben sich beteiligt, so haben zum Beispiel die Klassen 3c/4c der Johannes-Petri-Schule aus Fuchsstadt 50 Päcken und die Johannes-Petri-Schule in Langendorf 40 Päckchen gepackt, aus Aura kamen 54 Schuhkarons. Aber auch viele mittlerweile treue Sammler waren wieder mit dabei, um hier nur einige zu nennen: der Frauenwerkkreis Machtilshausen, der Abenteuer-Kindergarten aus Geroda/Platz (43 Päckchen), und der St. Georg- Kindergarten in Diebach.

Aber auch neue Gruppierungen wie die Jungschargruppe "Letz-Fetz" des CVJM Gemünden am Main, packten Päckchen. "Es ist unmöglich jeden Einzelnen hier zu nennen, den auch viele Einzelpersonen haben eines oder mehrere Schuhkartons abgegeben - denn jedes Päckchen zählt", so Jürgen Reis.

Die Kinder der Katharinenschule aus Fuchsstadt steckten Kuscheltiere, Schulbedarf, Hygieneartikel, Spielsachen und Süßigkeiten in selbstbeklebte Schuhkartons. "Kinder lernen beim Einkaufen, beim liebevollen Zusammenstellen des Inhalts und beim Bekleben der Karton, dass Weihnachten nicht nur bedeutet auf Geschenke zu warten, sondern vor allem praktische Liebe in Form von Geschenken an andere Kinder weiter zu geben", so Dieter Densch. Andere haben die Aktion mit einer Geldspende unterstützt. Die Band Romana hat bei einem Benefizkonzert in Bad Kissingen Spenden für die diesjährige Aktion gesammelt und damit den Transport der Schuhkartons finanziell unterstützt, worüber sich die Päckchensammler aus Machtilshausen und Fuchsstadt besonders gefreut haben und vielleicht finden sich ja im nächsten Jahr "Nachahmer".

"Weihnachten im Schuhkarton" gibt es seit 1990. Seit dem Start der Aktion wurden bereits über 135 Millionen bedürftige Kinder in mehr als 150 Ländern erreicht.

Bis zum 26. November können noch Schuhkartons online auf die Reise geschickt werden. (www.online-packen.de/virtueller-schuhkarton/online-schuhkarton). Dieter Densch