Lange Zeit war die Transall das Rückgrat der Fallschirmjägertruppe, an ihre Stelle ist der Airbus A400M getreten. Am 4. und 5. Mai 2022 hatte die Hammelburger Infanterieschule ihre ersten Berührungspunkte mit dem neuen Flugzeug.

"Es ist, wie wenn man sich ein neues Auto kauft, die Grundsätze des Fahrens bleiben die Gleichen, aber man muss sich trotzdem erst mit den Details bekannt machen", beschreibt Oberstleutnant Sascha Zander, Inspektionschef der III. Inspektion Infanterieschule, die Neuerungen.

Mehr Tempo und mehr Fracht: Das kann der neue Airbus A400M

Hauptmann Matthias Brommund, Hörsaalleiter der III. Inspektion und der Leitende des Sprungdienstes, zeigte sich erfreut: "Das Luftfahrzeug ermöglicht uns ganz neue Möglichkeiten, denn in Zeiten der Transall waren wir wesentlich stärker limitiert, das Einsatzspektrum hat sich durch die Maschine wesentlich erweitert."

Gemeint sind hiermit beispielsweise die Fluggeschwindigkeit während des Absetzens von Fallschirmjägern, der A400M kann nämlich deutlich langsamer fliegen als die Transall. Aber auch die Zuladung und Reichweite des Flugzeugs ist wesentlich größer. So konnte die Transall insgesamt 18 Tonnen zuladen, der A400M schafft mehr als das Doppelte.

Die Reichweite und Geschwindigkeit des Airbus ermöglichen es, Fracht und Soldaten schnell und ohne Zwischenlandung zu weit entfernten Einsatzorten zu verbringen, denn selbst mit 20 Tonnen Zuladung beträgt die Reichweite noch 6390 Kilometer. Und das bei einer maximalen Geschwindigkeit von 750 km/h.

Fallschirmjäger kommen mit neuem Flugzeug schneller an

Das "neue" Flugzeug schafft jedoch noch weitere Vorteile für die Infanterie: Mehr Fallschirmjäger können mit wesentlich mehr Gepäck aus dem Flugzeug springen und schneller am Ziel sein.

Auch der Betriebschef des Flugplatzes Giebelstadt zeigt sich über den Neuankömmling begeistert: Ich lasse zwar nichts über die Transall kommen, aber das ist wirklich was ganz Anderes!" Der A400M sorgte für Maßarbeiten in Giebelstadt: "Wir haben extra nochmal alles ausgemessen, um sicherzugehen, dass der Flieger auch wirklich hier reinpasst."

Vor dem Sprungdienst wurden alle Fallschirmspringer eingewiesen, denn im Ernstfall hängt deren Leben davon ab, bestätigt der Inspektionschef. Während des Briefings vor dem Sprung besprechen sich nochmals alle Parteien hinsichtlich des geplanten Absetzens.

Sprung aus dem Flieger: So läuft das Training in Hammelburg

Dann wird es ernst. Die Springer legen ihre Ausrüstung an und kontrollieren einander nochmals. Im Anschluss folgt der Marsch in Richtung Flugzeug. Dort angekommen, folgt eine nochmalige Prüfung der Ausrüstung. Sobald die Ampel im Laderaum grün aufleuchtet, kommt das Kommando, um die Fallschirmspringer abzusetzen. Heißt: Sie springen aus dem Flugzeug.

Der erste Sprungdienst war laut Sascha Zander ein voller Erfolg: "Die ersten Erfahrungen sind gesammelt, es hat alles reibungslos geklappt und alle Soldaten sind wieder gesund zurück, das ist das Wichtigste!"

Die Fallschirmjägertruppe unterscheidet sich von den anderen Truppengattungen vor allem die sogenannte "Verbringungsart", wie der Inspektionschef erläutert: "Auf dem Boden kämpfen wir alle gleich, jedoch hat es die Fallschirmjägertruppe zu eigen, bei Bedarf mit dem Helikopter oder Flugzeug dorthin zu kommen, je nachdem, wie es die Feindlage zulässt."

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