Der Platz für die Verkaufsstände auf dem Michaelsmarkt sei ausgereizt, bestätigte der städtische Marktleiter, August Brendan, auf Anfrage der Saale-Zeitung. Mit 105 Marktständen waren alle möglichen Plätze belegt. Nachdem am Sonntag zusätzlich die Geschäfte geöffnet hatten, lockten die Sonnenstrahlen tausende Besucher in die Stadt.
Auf dem leeren Parkplatz hinter der Sparkasse gab es heuer erstmals die Modenschau der ganz besonderen Art. Mit Kleidung aus Alpakawolle und zugehörigen Accessoires aus dem "fairen Welthandel" betraten jüngere und ältere Laienmodels den improvisierten Laufsteg mit Herbst- und Wintermode. Rund 100 Besucher applaudierten. "Wir wollen damit gegen Kinderarbeit, Menschenausbeutung und Dumping der Industrie etwas tun", kommentierte Gabi Ordelheide, die Geschäftsführerin des Weltladens an der Bahnhofstraße.
An die Linderung der Not denkt auch der Verein Afrika-Hilfe Franken, der mit Kleinkunstgegenständen das Interesse der Marktbesucher weckte. "Durch unsere Bemühungen konnte im Januar ein Kindergarten für 60 Kids in Kiparaganda (Tansania) errichtet werden", bestätigte Eva Sauer, die für die Patenschaft die Verantwortung übernahm. Auch die Nahrungsversorgung für die Kinder sei dort sichergestellt. "Für weitere Hilfe brauchen wir Spenden, Werkzeug und freiwillige Helfer vor Ort in Afrika", machte sie auf den Bau einer Schule aufmerksam.
Auch wenn die Herbstsonne noch ihre Strahlen auf das Marktgeschehen warf, der Winter ist nicht weit und so interessierten sich viele Marktbesucher für bezahlbare Heizungsmöglichkeiten. "Die Sonne gibt es umsonst", meint Gerhard Fella, Geschäftsführer der Firma Kraus. Aber bis die Sonnenwärme in die Häuser kommt, müssen fünfstellige Beträge investiert werden.
Neu auf dem Michaelsmarkt war heuer auch Heike Heinkel aus Poppenhausen, die individuell nach Kundenwunsch ihre bunten Holzfiguren fertigt. Klassische Schiefertafeln, die mit Laserstrahlen bearbeitet werden faszinierte die Betrachter ebenso wie die Einarbeitung fossiler Tierabdrücke in steinerne Waschbecken oder die künstliche Felsenwelt für den Gartenbrunnen aus glasfaserverstärktem Kunststoff.
"Der überwiegende Teil der Aussteller ist Stammkundschaft", bestätigt Marktleiter Brendan. Man kenne sich über viele Jahre hinweg. "Die meisten melden sich jetzt schon für das kommende Jahr wieder für den Michaelsmarkt an", sagt er. Auch die Plootzbäcker aus Obererthal waren wieder aktiv für einen guten Zweck. Nächster Markttermin ist am Samstag, 6. Oktober, der Floh-, Antik- und Bauernmarkt.