Die Bartagamen ließen sich in ihrem Hochzeitstanz, samt Abwinken der Braut, von den Besuchern nicht stören. Alle anderen Tiere aber benahmen sich so gesittet, wie es von ihnen erwartet wurde. Am Freitagnachmittag konnte man im Jack-Steinberger-Gymnasium 31 Tierarten besichtigen, die dort für den Biologieunterricht gehalten werden. Direktor Frank Kubitza und die Leiterin des Vivariums, Agnes Brath begrüßten die Besucher. Anschließend informierten die Schüler in Vorträgen über die von ihnen während des ganzen Schuljahres gepflegte Tierart.

Im Biologieübungsraum wurden in zwölf Versuchen und Modellanordnungen die Besonderheiten in Lebensweise und Körperbau der Tiere dargestellt. Die Besucher konnten durch Mikroskope schauen und die Versuche selbst durchführen, beziehungsweise bekamen von den Vivariumschülern alles gezeigt.

Anschließend hatten sie Gelegenheit, die Tiere zu betrachten. Die San Francisco Strumpfbandnatter, die einzige blaugefärbte Schlangenart auf der Welt, konnte auf die Hand genommen werden. Sie zeigte sich von ihrer besten Seite. Die kleineren Besucher durften die handzahmen Wüstenrennmäuse streicheln und ebenfalls auf die Hand nehmen. Diese Mäuse sind für die Haltung bei Kindern besonders geeignet, da sie nach jeweils drei Stunden Schlaf bei Geräuschen leicht erwachen und gerne Kontakt mit dem Menschen aufnehmen. Sie werden also von den Pflegern nicht aus ihrem natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus herausgerissen. Dadurch werden die Tiere nicht gestresst, stehen aber für den Unterricht jederzeit zur Verfügung.


Die Axolotls als "Stars"



Die Waldskorpione wurden in einem Experiment mit UV-Licht bestrahlt. So zeigen sie eine gelbgrüne Färbung mit hellblauer Zeichnung, die dem Auge des Menschen sonst verborgen bleibt. Musterungen dieser Art spielen im Tierreich oft eine große Rolle, da sie einen Informationsgehalt für andere Individuen darstellen. Denn erstaunlich viele Tierarten können UV-Licht sehen, nicht nur die allseits bekannten Bienen.

Die "Stars" des Nachmittags waren, wie so oft, die Axolotl. Dieser mexikanische Querzahnmolch, eine der beiden im Gymnasium gepflegten Amphibienarten, hat erstaunliche Fähigkeiten zum Beispiel bei der Regeneration ganzer Körperteile nach Verletzungen.


Geschenke für Ratefüchse



Den jungen Besuchern ging es besonders gut, denn für sie gab es dann noch ein spielerisches Raten von Tieren. Nachdem sie an einigen Fragen erfolgreich geknobelt hatten, durften sie sich ein Geschenk aussuchen.
Der Genuss von so viel Wissen macht durstig. Auch daran hatten die Schüler und Agnes Brath gedacht. Vier exotische Drinks aus Fruchtsäften wurden bereitgehalten. Die Vivariumschüler hatten Kaffee gekocht und Kuchen gebacken. So konnten sich die Besucher stärken, bevor sie sich ein weiteres Mal auf Spurensuche begaben in das vielfältige Reich der Tiere.

Der nächste Vivariumnachmittag am Jack-Steinberger-Gymnasium ist in Planung. Er wird voraussichtlich im November stattfinden. Dann haben die Kollegiaten des P-Seminars ihre Experimente für das Vivarium fertig gestellt und werden sie der Öffentlichkeit präsentieren. red