Bis zum Beginn der Flugsai son in den nächsten Wochen könnte sich im Fliegerclub manches ändern. Das hat mit dem geplanten Ankauf des Flug platz areals und der Hallen in der Au zu tun. "Der Vertrag mit der Stadt ist kurz vor der Erstellung", sagt Denninger. Käme es dazu, läge die Verantwortung für Sicherheit und störungsfreien Flugbetrieb in seinen Händen. Auch die Erreichbarkeit Bad Kissingens per Luft. Aber: "Vereinsintern ist noch nicht ganz klar, wie es laufen wird."

Der Präsident habe satzungsgemäß wenig Kompetenz und entscheidet nicht. Denn unter dem Dach des Fliegerclubs sind drei selbstständige Vereine mit oft unterschiedlichen Interessen aktiv. Als er vor knapp zwei Jahren als Präsident antrat, hatte Denninger gedacht, "es schaffen zu können, das zu koordinieren." Mittlerweile ist der 68-Jährige, seit 22 Jahren leidenschaftlicher Motorflieger, eher desillusioniert. Die Differenzen scheinen schwer auszuräumen. "Dabei wäre es mit der Stadt leicht, wenn wir uns untereinander einig wären."

Die Uneinigkeit hat offenbar auch mit der Satzung zu tun. Sie gesteht im Beirat den drei Vereinen gleiche Stimmzahl zu. Dabei haben die Segelflieger die meisten Mitglieder. Die Folge: Sind sich Motorsegler und Motorflieger einig, sind die Segler überstimmt und empfinden das als ungerecht, so Denninger. Zumal bei Investitionen alle entsprechend der Mitgliederzahl "nach oben", an den Fliegerclub, zahlen müssen. Eine Satzungsänderung wäre denkbar. Derzeit sei man in Präsidium und Hauptversammlung nur einig, den Flugplatz zu kaufen. "Alles andere ist in der Schwebe, aber Lösungen sind möglich." Die Vorstellungen in den drei Vereinen über Ausgestaltung und Eigentum müssten geklärt werden: Ob der Platz gekauft und der Teil, auf dem die Halle der Segler steht, diesen überlassen wird, oder ob die Segelfluggemeinschaft in eigener Regie agiert.

Trotzdem sieht Denninger den anstehenden Versammlungen sowie der Jahreshauptversammlung im Mai gelassen entgegen. Mit einem Ziel im Blick: Langfristig möchte der Club den Ausbau der Start- und Landebahn mit Asphaltdecke, die wetterunabhängig zu jeder Jahreszeit und auch von zweimotorigen Flugzeugen benutzbar wäre. Obwohl quantitatives Heilquellenschutzgebiet, hält Hartmut Holzheimer vom Wasserwirtschaftsamt das Vorhaben nicht für ausgeschlossen. Stellvertretende Amtsleiter Heinz Perzlmeier: "Wenn das Gelände bleibt wie jetzt, soll's nicht am Hochwasserschutz scheitern."

Der Bedarf für eine feste Start- und Landebahn ergibt sich für Denninger, weil sich Hotellerie und Tourismus Richtung fünf Sterne verändern und eine finanzkräftige Klientel gern geflogen kommt. "Wir können diesen Beitrag leisten", sagt der Fliegerclub-Präsident. Und: "Trotz der nicht ganz glücklichen Aufteilung im Dachverband ist der Fliegerclub als künftiger Eigentümer mit der Übertragung der ,Lufthoheit über Bad Kissingen' der Zukunft gewachsen und wird fliegerisch weitere Akzente setzen."