Für das Konzert "Vokal- und Orgelmusik aus Frankreich" in der Stadtpfarrkirche hatten Brigitte Ascherl (Sopran) und Burkhard Ascherl (Orgel) ein vielseitiges Programm zusammengestellt, das vom 19. Jahrhundert bis in die heutige Zeit reichte. Mit Charles Gounods "Ave verum" und der Marienantiphon "Salve Regina" von Gabriel Fauré sang sich Brigitte Ascherl mit weicher, aber intensiver Tongebung in die Herzen der Zuhörer.
Louis Vierne schildert in seinem Triptychon "Les Angélus" die Stimmungen des Angelus-Läutens am Morgen, Mittag und Abend. Ruhig und mit langem Atem gestalteten beide Interpreten das langsame Erwachen von Mensch und Natur und das Zur-Ruh-Kommen der Welt am Abend, zupackend das Treiben in den Städten am Mittag.
Beim Sanctus und Agnus Dei der "Missa in simplicitate" von Jean Langlais entführten sie ihr Publikum in eine Klangwelt von farbiger Harmonik und ausdrucksstarker Melodieführung.

Das "Amazing Grace" in einer Bearbeitung von Naji Hakim, bei dem die Liedstrophen in eine Folge kontrastreicher Orgelvariationen eingebettet sind, hinterließ nachhaltigen Eindruck.

Passend zu den Gesangsstücken hatte Burkhard Ascherl das Konzert mit der "Pièce héroique" von César Franck wirkungsvoll eröffnet. Die zart registrierte Berceuse D-dur von Gabriel Fauré strahlte im Gegensatz dazu Ruhe und Besinnlichkeit aus. Marcel Duprés "Prélude et fugue" in g-Moll verlangt vom Organisten nicht nur flinke Hände, sondern auch eine ausgefeilte Pedaltechnik, um Akkorde und schnelle Läufe mühelos zu meistern. Das Finale der 6. Orgelsymphonie von Charles-Marie Widor wurde zum virtuosen Schlusspunkt.