Die Garitzer und die Arnshäuser Turnhalle haben sich dieser Tage in die Schauwerkstatt eines Glasbläsers verwandelt. Jürgen Piller stammt aus einer alteingesessenen Coburger Glasbläserfamilie und hat sein Handwerk als Glaskunstbläser in der Glasfachschule Zwiesel von der Pike auf gelernt.

Mit geschickten Bewegungen formte und blies er eine Coburger Christbaumspitze und erklärte genau, welches Handwerkszeug er dafür benötigt, und dass die Flamme für die Glasschmelze beachtliche 800 Grad aufweisen muss. Im Anschluss entstand eine kunstvolle Rosenvase.

Gespannt verfolgten die Kinder, wie scheinbar mühelos sich das harte Glas verformte, wie man es drehen, ziehen, schneiden konnte. Auf die Frage, ob man sich als Glasbläser nicht oft die Finger verbrenne, musste Piller lachen. "Pflaster drauf und weiter geht's", so seine Antwort.

Anschließend erklärte Piller, aus welchen Materialien Glas besteht: Quarzsand, Soda, Pottasche und Kalk werden bei 1000 Grad Celsius geschmolzen und als Stäbe und Röhren an die Kunstglasbläser geliefert. Dann können daraus Lichtkraftmaschinen, besser als Lichtmühlen bekannt, entstehen. Auch der Albert-Einstein-Schluckspecht oder der Flaschenteufel zeigten, wie durch Sonnenenergie, Wärmedifferenzen oder Druckausgleich bereits vor 150 Jahren physikalische Gesetze ausgenutzt wurden, um zum Bewegungen zu erzeugen.

Pillers Begeisterung für seinen "wunderschönen Beruf", so seine eigenen Worte, strahlte auf die Kinder aus. Die Glasbläserei ist ein seltenes Handwerk geworden, doch vielleicht wird der eine oder andere handwerklich begabte Schüler einmal diesen Weg gehen.