Die Gehälter sollen wieder sinken, weil die Tariflöhne nicht finanzierbar seien, heißt es bei der Klostergasthof GmbH. Und das will die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten nicht hinnehmen. In einem Pressegespräch erläuterten der unterfränkische NGG-Geschäftsführer Ibo Ocak und die Betriebsratsvorsitzende des Klostergasthofes, Melanie Kneuer, die Situation.
Melanie Kneuer betont, dass es ihr weh tut, jetzt an die Öffentlichkeit zu gehen. Doch die Betriebsratsvorsitzende der Klostergaststätte sieht keinen anderen Weg mehr. "Wir wollen keine Dreckwäsche waschen, wir wollen einfach nur fair behandelt werden". Faire Behandlung heißt für die alleinerziehende Mutter, dass sie so viel Lohn bekommt, wie ihr ihm Tarif zu steht, damit sie über die Runden kommt.
Schon in den Jahren 2006 bis Mitte 2011 habe die Belegschaft auf den Tariflohn verzichtet, weil die Kongregation immer von einer wirtschaftlich schwierigen Situation gesprochen habe. Zwischen Juli 2011 und Dezember 2012 sei dann auf Drängen der Gewerkschaft erstmals wieder nach Tariflohn bezahlt worden. Doch im Januar dann der Schock für die Mitarbeiter. Weil die finanzielle Situation des Klostergasthofes desolat sei, kam die Ankündigung, dass die Löhne auf ein für die GmbH "leistbares Niveau" zurückgeführt und dass die Urlaubsgeld- und Weihnachtsgeldzahlungen für alle Mitarbeiter eingestellt werden. Betroffen sind 14 Vollzeitarbeitskräfte noch ungefähr nochmals so viele Aushilfs- und Saisonkräfte.Neben dem Gasthof gehören auch das Golfrestaurant am Rindhof, der Biergarten und der Hotelbetrieb zur GmbH.
Rainer Waldvogel bestätigt die beabsichtigte Lohnkürzung, zeichnet aus seiner Sicht aber ein anderes Bild. "Wir zahlen sehr gut", sagt er, mehr als vergleichbare gastronomische Betriebe in der Region. Allerdings sei das Problem, dass einer der Vorgeschäftsführer der GmbH eine Tarifbindung eingegangen sei. Und die hält Waldvogel für nicht finanzierbar. Die Tariflöhne in der Gastronomie würden keinen Unterschied zwischen Ballungsräumen und dem flachen Land machen, während betriebswirtschaftlich hier ein großer Unterschied zu bemerken sei. Für Waldvogel ist klar: "Wir können nicht Geld ausgeben, das wir nicht erwirtschaften". Er stehe mit vergleichbaren Betrieben in Kontakt und habe von dort die Bestätigung, dass der Klostergasthof gut bezahle. Die meisten Mitarbeiter wüssten das auch, glaubt er und betont, dass ihm ein gutes Klima wichtig sei..