Das gemeinsame Singen unter der Regie des erfahrenen Musiktalents Edi Seller (Hausen) zeitigte die erwünschte Wirkung: Ein inniges Gemeinschaftsgefühl stellte sich ein. Harmonie und Fröhlichkeit waren den Anwesenden deutlich anzumerken. So geschehen beim ersten Wirtshaussingen des TSV Nüdlingen. Damit landete der Verein bei einer ersten solchen Aktion in der Vereinsgeschichte einen richtigen Volltreffer. Trotz der Konkurrenz durch das Fußball-Länderspiel gegen Irland am Freitagabend war der Raum mit etwa 80 Gästen gut besetzt.
Eine große Gruppe beim Wirtshaussingen stellten Mitglieder des Gesangvereins Frohsinn Nüdlingen. "Wir haben vorher ausgemacht, dass wir zum Wirtshaussingen gehen", sagte Vorsitzende Erna Schupp. Sie nannte die Veranstaltung einen vollen Erfolg. Einen Hintergedanken, für den Gesangverein Frohsinn neue Sänger zu gewinnen, habe man dabei nicht verfolgt. "Unser Ziel war einfach: Spaß an der Freud zu haben", meinte sie.
Ernst Geist, TSV-Vorstandsmitglied, hatte bereits vor mehr als einem Jahr die Idee geäußert, ein Wirtshaussingen zu veranstalten. Unterstützung erhielt er vor allem durch Sebastian Schäfer (stellvertretender Vorsitzender), der sich um die Organisation kümmerte.

Instrumente mitgebracht


Der Aufforderung des Veranstalters, die Gäste mögen eigene Instrumente mitbringen, waren die Brüder Kurt und Jochen Dräger gefolgt. Mit Akkordeon und Guitarre verstärkten sie Edi Seller kräftig und heizten die fröhliche Stimmung weiter an. Aus Rannungen war auch Erika Kurfeß mit ihrem Akkordeon gekommen. "Singen ist gesund und produziert Glückshormone", machte Edi Seller kräftig Werbung für das Singen; verschmitzt ergänzte er: "Gut singende Männer haben auch mehr Chancen bei den Frauen".

Nicht nur eine Strophe gesungen


Mit Hilfe von Textheften und Liederbüchern war es ein Leichtes, von den populären Volksliedern mehr als die erste Strophe zu singen. Begonnen wurde mit dem "Kufstein-Lied", dem "Rhönlied" und dem "Frankenlied". Dann standen die schier endlosen Liedwünsche des Publikums im Mittelpunkt.

Viele alte Lieder gesungen


Erstaunlich war dabei, welche Fülle von Melodien und Texte vor allem die Älteren noch im Gedächtnis haben. Man freute sich, die früher häufig gesungenen Wander- und Fahrtenlieder wieder einmal anzustimmen.
Zu hoffen bleibt, dass die anwesenden Jugendlichen - freilich eine Minderheit - sich nicht nur von der fröhlichen Stimmung anstecken ließen, sondern das gemeinsame Singen selbst praktizieren. Edmund Seller, der in Bad Kissingen und Bad Bocklet regelmäßig zusammen mit Robert Bauch das Kurgastsingen veranstaltet, zeigte sich hocherfreut über den Erfolg des Abends beim TSV. Auf den Unterschied zum Kurgastsingen angesprochen, meinte er: "Hier war es lebhafter. Bei den Kurgästen geht es eher ruhig zu".