Peter Weidisch, als Kulturreferent der Stadt Bad Kissingen Organisator und Koordinator, sagte, man erwarte für 2011 kein Defizit. Die Reihe sei jetzt "finanziell selbsttragend". Fast: Die geringen Personalkostenanteile von Weidisch und Mitarbeiterin Martina Balmberger trägt - Stichwort Förderung der Wirtschaft(en) - weiter die Stadt.

Einmalig 23 500 Euro


Ermöglicht werde die erwartete "schwarze Null" durch ein neues Konzept, das aufgegangen sei und gut funktioniere. Es wurden die Partner stärker eingebunden und Sponsoren gefunden, so dass die Preise erhöht nicht erhöht werden mussten.
Nicht richtig ist auch, dass die Europäische Union (EU) über ihr Förderprogramm "Leader +" die "Genuss-Welten" aufpäppelt. Die EU hat laut Weidisch 2005 Starthilfe geleistet und einmalig 23 500 Euro als Anschubfinanzierung überwiesen. Jetzt können alle Gäste mit gutem Gewissen schlemmen.
Im März 2005 hatten mit beträchtlichem PR-Getöse die "Genuss-Welten"das Licht der selben erblickt. Regierungspräsident Paul Beinhofer und die damalige Fränkische Weinkönigin Lisa Schmitt fungierten als Geburtshelfer. Ausgelegt war das Projekt auf zunächst drei Jahre. Die Regierung von Unterfranken, Stadt und Landkreis Bad Kissingen trugen wesentliche Teile des Aufwandes.

Gäste aus ganz Deutschland


Die "Genuss-Welten" entwickelten sich prächtig, sie sind den Kinderschuhen entwachsen. Die Zahl der Partner aus Hotellerie, Gastronomie, Weinbau und Erzeugern ist auf 40 angewachsen. Sie sind nicht mehr auf den Landkreis beschränkt. Auch die österreichische Partnerstadt Eisenstadt gehört dazu.
Weidisch freut sich über einen "richtigen Mix" in der Gästestruktur. Hier reicht der Bogen von unter 25 bis über 80 Jahre. Je ein Drittel der Genießer kommen aus Stadt und Landkreis Bad Kissingen sowie Rhön-Grabfeld, aus dem weiteren Umland bis Bamberg, Fulda und Frankfurt sowie aus dem gesamten Bundesgebiet. Sie schätzen die Kombination aus Genuss und Kultur. Wichtig seien Qualität und Kontinuität in Essen und Service gleichermaßen. Weidisch: "Wir haben wirklich tolle Veranstaltungen - nichts von der Stange. Alles wird individuell konzipiert und umgesetzt".
Zum Programm gehören Veranstaltungen günstige wie auch hochpreisige Angebote. Die Spanne reicht von 29 bis weit über 100 Euro für ein mehrgängiges Menu samt Weinen. Ihnen sei eines gemeinsam, so Weidisch: Es gehe stets um Qualität.

Impulsgeber und Attraktion


Das goutieren die Kunden. Nach Angaben des Kulturreferenten ist die Nachfrage aus ganz Deutschland groß. Fast alle Veranstaltungen - für 25 bis 100 Personen - seien ausverkauft.
Weidisch versteht die "Genuss-Welten" als Impulsgeber für örtliche Gastronomie und Erzeuger, aber auch als eine spezielle Art der Wirtschaftsförderung in konjunkturschwachen Zeiten. Sie brächten Besucher nach Bad Kissingen, die die Stadt noch nicht gekannt hätten.
Fast 240 Veranstaltungen mit weit über 10 000 Gästen wurden im Rahmen der Bad Kissinger "Genuss-Welten" seit 2005 durchgeführt. Alleine in diesem Jahr sind noch 40 geplant. Das ist ein neuer "Rekord".
Die Palette reicht von einer Brotzeit, garniert mit religiösen Aspekten (War Jesus eigentlich Vegetarier?), bis hin zum opulenten Fünf-Gänge-Menu eines Sterne-Kochs samt erstklassigen Weinen von der Badischen Bergstraße. Aus der Reihe tanzt ein wenig der Genussmarkt mit Spezialitäten aus der Region Rhön-Saale anlässlich des "Tages der Franken 2011" im Juli. Dazu gehört auch ein Blick über den Teller- oder Glasrand. Es gibt kulinarische Exkursionen nach Frankreich oder in das Baskenland (Tapas, Vino & Flamenco). Darüber hinaus werden feinste Olivenöle präsentiert.
Aus der Region, für die Region: Die "Genuss-Welten" dienen auch dazu, qualitativ hochwertige Produkte aus dem Saaletal und der Rhön in den Vordergrund zu stellen. Das ist gerade in den Zeiten der Lebensmittel-Skandale nicht ganz unwichtig. Zu Ehren kommen aber auch wieder Rhöner Wintergemüse oder Quitte und Lokalitäten wie Feuerwache oder Dampferle.
Mehr Informationen unter www.genuss-welten.de. ed