"Fürs Soziale und die Bewegung finde ich die Ski-Kurse richtig gut", sagt Manuela Fuchs. Ihre drei Kinder waren alle auf dem Jack-Steinberger-Gymnasium in Bad Kissingen. Und somit auch zum Ski-Kurs auf dem Schatzberg in Auffach im Norden Österreichs. "Die Gipfel-Hütte dort ist einfach toll, da ist nichts drumrum zum Quatschmachen", sagt Fuchs und lacht. "Die sind einfach nur zusammen im Schnee."
Die gemeinsam verbrachte Woche schweißt die Schüler mit ihren Klassenkameraden und den Lehrern zusammen. Sie lernen einen Wintersport, aber auch viel über das Sozialleben. Die Erlebnisse auf der Piste, die Spiele am Abend auf der Hütte, die gemeinsame Zeit auf den Zimmern, daran erinnern sich viele auch nach Jahren gerne zurück. Früher fuhren noch je zwei aufeinanderfolgende Klassenstufen zum Ski-Kurs in die Alpen, nun ist es nur noch eine. Was hat sich geändert, was kosten sie, was denken Schüler und Schulleiter über die Ski-Kurse? Ein Überblick.


Bad Kissingen

Rund 270 Euro pro Schüler kostet der Ski-Kurs am Steinberger-Gymnasium in Bad Kissingen. "Bei finanziellen Problemen hilft das Landratsamt aus", sagt Schulleiter Frank Kubitza. "Wegen Geld hat noch nie jemand zu Hause bleiben müssen."
Vergangene Woche kamen zwei siebte Klassen vom Schatzberg in Auffach zurück. "Der Schnee war okay", hat Kubitza gehört. Schneekanonen ermöglichten die Fahrt bis zur Mittelstation. Die zwei anderen siebten Klassen gehen diese Woche in die Alpen. Die Aussichten sind gut, dass sie diesmal auch bis ins Tal fahren können. "Wie es mit den Kursen weitergeht, steht nicht in den Sternen, sondern im Himmel", scherzt Kubitza. Sollte es in den kommenden Jahren noch wärmer werden, überlege er schon, den Skikurs nach hinten zu verschieben oder gar einzustellen. "Derzeit sehe ich aber keinen Bedarf."
Die ehemalige Schülerin Victoria Brath war vor acht Jahren mit dem Steinberger-Gymnasium auf der Hütte. Besonders genoss sie die Spiele-Abende und den engen Kontakt zu den Schülern der Parallelklasse. Ohne die Abgeschiedenheit der Berghütte und den gemeinsamen Erlebnissen auf der Piste wäre es laut Brath dazu nie gekommen. "Mit vielen bin ich seitdem immer noch gut befreundet", sagt sie.


Bad Brückenau

Die Schüler des Franz-Miltenberger-Gymnasiums in Bad Brückenau fahren nach den Halbjahres-Zeugnissen nach Österreich, in die Wildschönau.
"Die Wintersport-Woche hat bei uns eine jahrzehntelange Tradition", sagt Schulleiter Stefan Bub. "Daran wollen wir festhalten." Der Preis blieb auch in diesem Jahr unter 300 Euro pro Schüler. Eine Abschaffung kommt für Bub nicht in Betracht. Allerdings hat das Wetter doch etwas verändert am Wintersport-Angebot der Schule: "Früher sind die Mittelstufen auch für einen Tag in die Rhön gefahren", sagt Bub. Wegen der unsicheren hiesigen Schneelage wurde jedoch der Aufwand für den Wintersport-Tag zu hoch. Deshalb wurde er abgeschafft.


Hammelburg

Die siebten Klassen des Frobenius-Gymnasiums in Hammelburg fahren nach wie vor auch in die Rhön. "Kurzfristig, je nach Wetterlage", sagt Schulleiter Helmut Schreiner. Dank des Neuschnees vermutlich noch in dieser Woche.
Die achten Klassen fahren nach Tirol. Über eine Abschaffung des Angebots denke er nicht nach. "Ich sehe weder Handlungs- noch Diskussionsbedarf", sagt er. Sehr zur Freude von Schüler Luka Silberbach, der zu Beginn des zweiten Halbjahrs nach Tirol fährt. Seit zwölf Jahren ist er begeisterter Skifahrer. "Ich freue mich sehr darauf, mal außerhalb der Schule was mit den Klassenkameraden zu machen", sagt er. "Da wird man fürs Schwätzen mal nicht ermahnt." Außerdem hofft er, dass sich dadurch mehr Freunde für das Ski-Fahren begeistern.
Ein Freund,Tobias Jopp, war schon im vergangenen Jahr mit seiner Schule in den Alpen. Dort stand er zum ersten Mal auf Skiern. "Das war toll", sagt er. Ski-Ausrüstung und Lift-Preise seien für seine Eltern aber zu hoch, so dass er seitdem nicht mehr fahren ging. Die Hauptsache war auch für ihn die gemeinsame Zeit mit den anderen.


Münnerstadt

Am Johann-Philipp-von-Schönborn- Gymnasium in Münnerstadt "ist die Wintersport-Woche fester Bestandteil des Lehrplans", sagt Schulleiter Joachim Schwigon. Über eine Abschaffung des Angebots sei noch nie diskutiert worden. Der Ski-Ausflug der siebten Klassen in die Rhön findet jedoch nicht mehr statt. Stattdessen geht es für die Mittelstufe nun ohne Vorbereitung in der Rhön direkt nach Flachau. Bei rund 100 Siebtklässlern ist viel Sozialleben zu erwarten.