Drei zogen ihre Meldung im Vorfeld zurück, was der Veranstaltung ganz gut tat, denn etwas weniger ist manchmal etwas mehr. Den Reigen der maskulinen Ballerinas eröffneten die Schweinfurter, die als Zwerge ihre Freunde trafen. Das Thema zwischen Pippi Langstrumpf und Biene Maya, gilt inzwischen als etwas abgenudelt, zumal die Akteure ihre Performance auch ohne größere, choreografischen Anforderungen überstanden.
Als Palastwache der britischen Queen fuhr das Männerballett des Fuschter Faschings-Clubs (FFC) schon einige Meriten ein. Auch in Untererthal wurden die "Beefeaters" nach ihrer Präsentation als zackig-bärenfellbemützte, königliche Garde nebst Elizabeth und Prinzgemahl gefeiert.
"Idee und Ausführung waren einfach super", bestätigte eine der Jurorinnen, die ihren Namen verständlicherweise nicht preisgab.
Die "Schlacht der Liebe" stellten - als wäre es nicht schon auf Erden schwer genug - die Männer aus Kothen im Weltraum dar. Unter dem Titel "Star Frog" boten sie ein schweißtreibendes Space-Spektakel, das dem weltberühmten Filmwerk "Star Wars" nachempfunden war. In die aufwendige Maskerade zwischen Space-Dance und Erden-Hits hatte sich Miss Piggy eingeschlichen, die man bei Luke Skywalker ansonsten vergeblich sucht.
Aus Löschenrod bei Fulda waren die Olympioniken Griechenlands angereist, die ein kraftraubendes Potpourri gängiger Hits tänzerisch erstaunlich gut meisterten und sich als durstige Kraftsportler, Tennis-Champs und rappende Gruppentänzer ihre Medaillen verdienen mussten. Eine gelungene Bühnen-Show, die diesen Namen verdiente und mit reichlich Beifall belohnt wurde.
Die "Fuschter Euls" inszenierten die schwedische Rothaar-Göre Pippi Langstrumpf. Das Thema wurde zwar ansprechend, aber ohne tänzerische Höhepunkte umgesetzt, auch wenn die Pippis versuchten, dem Motto einen humorig-lustigen Anstrich zu geben, zum Beispiel mit dem Faschingshit "Wer hat die Hünd raus gelasse?" (Who let the dogs out?).

Bodybuilder gegen Müllmänner

Bunt gekleidete Muskelprotze aus den "modernen Folterkammern", den Fitnesscentern, stellte das Männerballett aus Waigolshausen zu fetziger Musik dar. Ihr Thema "Es lebe der Sport" setzten sie im Sinne des Mottos quicklebendig um. Die "Müllmänner" aus Eußenheim machen ihren Job in der gezeigten Form wahrscheinlich nicht sehr lange - sonst landen sie womöglich selbst im Müll. Schon beim Hinsehen kam man ins Schwitzen.
Der rhythmische Mallorca-Urlaub mit Lambada-Einlage stammte von den Männern aus Aschbach, die nicht zum ersten Mal die Erthalhalle mit Applaus füllten. Dass solche Vorstellungen auch Risiken bergen zeigte sich bei der "Pyramide", bei der ein Gipfelstürmer "absteigen" musste, sich aber - Gottlob - nicht verletzte.
Die "Punker" aus Altbessingen, eine ebenfalls erfahrene Truppe als Männerballett, beschworen mit roten Hahnenkämmen und T-Shirts die Zeiten in denen Bands wie "Sex-Pistols" oder "Cure" ihre Triumphe feierten.

Premiere für den großen Manitu

Premiere bei diesem Turnier hatte das Oberschenbacher Männerballett. Elastische Apachen die zu "Spirit of the hawk" den großen Manitu beschworen sind zwar kein neues aber ein dankbares Thema, das die Männer aus dem kleinen Dorf im Wilden Westen Hammelburgs mit Talent umsetzten.
"Kriegerinnen" der UKG-Showtanzgruppe und das Untererthaler Männerballett als tanzfreudige, irische Kobolde setzten den Schlusspunkt des Turniers bis die Jury das Ergebnis ermittelt hatte.
Es war zu vermuten, dass die Fuschter Bärenfellmützen nebst der agilen "Queen" Karl-Heinz Wagner und dem markanten Prinzgemahl Oliver Lukaschewitsch ihren Kollegen die Show gestohlen hatten. Auch die Konkurrenz erkannte neidlos an: "Die haben eine klasse Vorstellung gezeigt". Den zweiten Platz sicherte sich die "Schoppegarde" aus Löschenrod, die mit ihrer Olympiade Publikum und Juroren beeindruckten. Platz drei holten sich die "Star Frogs" aus Kothen mit der "(Weltraum)-Schlacht der Liebe".
Die UKG nutzte die Eröffnung und die Pause zur Präsentation ihrer eigenen Garden. Sie zeigte die Kindergarde als "Sunnabluma", die Jugendgarde mit "Primetime" sowie die Showeinlage, der Fußballklassiker Deutschland - Italien und einen Boxkampf. Als versierter Moderator führte Sitzungspräsident Marc Scheller durch den Abend, DJ Mozl zeichnete für die Musik verantwortlich.