"Molkereiprodukte stehen für Qualität. Sie dürfen nicht durch Niedrigpreise verramscht werden", sagt Ibo Ocak. Der Geschäftsführer der NGG Unterfranken fordert faire Erzeugerpreise und eine bessere Bezahlung der Arbeitnehmer. "Genauso wie die Bauern brauchen auch die Beschäftigten in der Milchverarbeitung ein vernünftiges Einkommen", so Ocak.
Dafür werde man sich in der anstehenden Tarifrunde einsetzen.
Konkret verlangt die NGG eine Lohnerhöhung von 150 Euro im Monat für alle Beschäftigten in der bayerischen Milchwirtschaft. Außerdem soll der Arbeitgeber-Beitrag bei der tariflichen Altersvorsorge von derzeit 700 auf 1000 Euro jährlich angehoben werden. "Molkereiprodukte werden auch im Kreis Bad Kissingen von qualifizierten Fachkräften hergestellt, die für eine gute Arbeit auch gut bezahlt werden müssen", sagt Ibo Ocak. Es könne nicht sein, dass man die Milchwirtschaft für das Preis-Dumping der Discounter missbrauche - "egal, ob auf dem Rücken der Milchbauern oder der Arbeitnehmer."


Größter Anteil kommt aus Bayern

Bayern erwirtschaftet mit über 26 Prozent den größten Anteil an der deutschen Milchproduktion, wie aus Zahlen der Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft hervorgeht. Dabei beträgt in der bayerischen Milchwirtschaft der Anteil der Lohnkosten am gesamten Umsatz nur 6,4 Prozent: In 100 Euro verkauftem Käse oder Joghurt sind nur 6,40 Euro Lohnkosten enthalten. "Hier ist deutlich Luft nach oben", sagt Ocak. Denn der Branche gehe es seit Jahren gut. Davon müssten endlich auch die Beschäftigten im Kreis Bad Kissingen etwas spüren. "Besonders wichtig sind dabei die Auszubildenden. Ihre Vergütungen sollen ebenfalls um 150 Euro steigen", fordert der Gewerkschafter. Durch eine attraktive Ausbildung beuge man dem Fachkräftemangel von morgen vor.
Die NGG Unterfranken fordert die Arbeitgeber dazu auf, sich am Verhandlungstisch gemeinsam für die Zukunft der heimischen Milchwirtschaft stark zu machen. Dazu gehöre ein gutes Tarif-Angebot für die Beschäftigten - und ein klares Bekenntnis gegen Dumping-Preise. "Gute Milchprodukte müssen ihren Preis haben. Nur so sichern wir die Qualität für die Verbraucher und die Arbeitsplätze in der Region", sagt Ocak.