Einmal "Kiba"? Kein Problem, das Rezept ist ganz einfach: Man nehme ein Teil roten und ein Teil weißen Saft - der Cocktail Kirsch-Banane ist derzeit der Renner bei den Jugendichen, sagt Barkeeperin Angelika Löffler. Sie ist die ehrenamtliche "Chefin" des Saftmobils bei den Zelttheater-Tagen im Luitpold-Park: "Bei ,Kiba' waren wir ausverkauft."

Eigentlich, sagt Anica, trinke sie "am liebsten Spezi". Das aber gibt es nicht am Saftmobil, so Angelika Löffler. Macht auch nichts, dann bitte Banane. Anika ist flexibel, dankt für den Trink und genießt ihn: "Sehr lecker".
Sebastian zieht eine Mischung aus Orangen-, Maracuja- und Pfirsichsaft vor. Außerdem stehen Grapefruit, Ananas und Johannisbeere sowie Mineralwasser zur Wahl; alles nach Geschmack und Laune und zu einem besonders günstigen Preis. Außerdem kann man sich noch einen frischen Apfel schälen. Alles ist gut, gesund und frisch. Es gibt nur hochwertige Produkte von namhaften Herstellern.
Wer aber Limonade und/ oder alkoholische Getränke haben will, geht leer aus. Denn das Saftmobil, das der Landkreis vor 15 Jahren mit Unterstützung von Sponsoren gekauft hat, dient auch der Sucht- und Alkoholprävention, sagt Melanie Schäfer vom Kreisjugendamt.

Eine treue "Kundin" ist die Stadt Bad Kissingen, die auch die Zelttheater-Woche veranstaltet hat. Stadtjugendpfleger David Ryback sagte mit dem Saftmobil wollte man für die Veranstaltung an einem zentralen Ort zu sehr fairen Preisen eine "gesunde Komponente" anbieten - auch und gerade für Familien, die nicht in den Urlaub gefahren waren. 75 bis 100 Becher schenkte Angelika Löffler dort aus. Immer wieder heißt es, die Stadt Bad Kissingen tue nichts oder nicht viel für die jungen Leute. Das hält David Rybak für "absoluten Quatsch".
Das Saftmobil ist ein Anhänger mit allem, was man braucht, um aus mitgebrachten "Rohstoffen" Cocktails zu mischen. Es verfügt über eine Theke, Waschbecken, ausklappbare Theke und eine Ausrüstung vom Glas bis zum Mixer.

Melanie Schäfer sagt, 15 bis 20 Wochenenden pro Jahr sei die mobile Bar bei Festen und Veranstaltungen der Jugendarbeit im Einsatz. Im Juli ist sie ausgebucht. Das Saftmobil ist in Hammelburg, Bad Kissingen, auf der Trimburg und in Maßbach dabei. Dann geht es nach Thundorf. Thulba und Rannungen.
Noch nie in 15 Jahren habe es Probleme gegeben, so Melanie Schäfer. Das Bad Kissinger Saftmobil sei vielmehr ein Vorbild für andere Kreise und Kommunen. Viele hätten angerufen und nach dem Modell gefragt. Es sei aber nicht so sehr gefragt wie etwa eine Hüpfburg, denn es erfordere von den Nutzern schon eine Menge Arbeit. Schließlich muss alles vor der Rückgabe gründlichst gereinigt werden, was genau kontrolliert wird. Daher halte sich der Run schon in Grenzen. Auch gelte eine strikte Regel: "Nichts darf mit Alkohol in Berührung kommen."

Das Saftmobil ist ein geschlossener Anhänger im Wert von 14 000 Euro, der alles an "Hardware" hat, was man braucht, um gesunde, alkoholfreie Cocktails zu komponieren: Mixer, Kühlschrank, Gläser, Pressen und Spülbecken. Nur die jeweilige "Saftware" müssen die Nutzer selbst besorgen und sie zubereiten. Eigentümer ist der Landkreis, der das Saftmobil für 25 Euro pro Tag vermietet. Für ganze Wochenenden gibt es einen kleinen Rabatt. Das Saftmobil wurde 1997 eigens für den Landkreis Bad Kissingen konzipiert und gebaut. Ansprechpartner bei der Kreisjugendarbeit ist Georg Schulz-Hertlein (www. lkkissingen.rhoen-saale.net; Telefon: 0971/ 801 70 16, Klosterweg 13 in Bad Kissingen-Hausen). ed