Mit einem Festgottesdienst und einem Empfang im Pfarrsaal wurde das Sebastianifest, das Fest des Ortspatrons, würdig begangen. Besondere Akzente werden dabei Jahr für Jahr gesetzt, und die enge Gemeinschaft zwischen der politischen und der kirchlichen Gemeinde wird hervorgehoben. Deutlich wurde das problemlose ökumenische Miteinander in Nüdlingen. Pfarrer Dominik Kesina freute sich, seinen Mitbruder Pfarrer Philipp Klein von der evangelischen Kirchengemeinde Bad Kissingen willkommen zu heißen.


Festliche Umrahmung

Als Festprediger und Konzelebrant kam der aus Nüdlingen stammende Ordensbruder des Franziskaner-Minoritenordens, Steffen Behr. Neben den zahlreichen Gläubigen in der voll besetzten St. Kilianskirche wurden die Repräsentanten der politischen Gemeinde mit Bürgermeister Harald Hofmann an der Spitze herzlich willkommen geheißen. Die Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine verliehen der Eucharistiefeier eine besondere Würde. Der Sportschützenverein gestaltete sie mit. Für musikalische Umrahmung sorgte der Kirchenchor St. Kilian unter der Leitung von Christine Stumpf.

Festprediger Steffen Behr OFM ging auf das Wirken und die Leidensgeschichte des Hl. Sebastian ein. Dieser hatte sich in der Zeit der Christenverfolgungen unter Kaiser Diokletian für die Christen eingesetzt. Sebastian musste den Märtyrertod sterben. Doch sein standhaftes Glaubenszeugnis blieb über die Jahrtausende unvergessen.

Bürgermeister Harald Hofmann nahm die Gelegenheit wahr, besonders den ehrenamtlich engagierten Bürgern in der Gemeinde für ihr Wirken zu danken.


Hilfe für afghanische Frau

Der Bürgermeister ging auch auf die verzweifelte Situation der Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten des Nahen und Mittleren Ostens ein. Er nannte als Beispiel das Schicksal einer Frau aus Afghanistan, die in Nüdlingen wohnt und sich verzweifelt bemüht, dass ihre Kinder zu ihr ziehen können. Der Helferkreis will sie mit einer Spendenaktion unterstützen.

Der Bürgermeister ging auf das viel diskutierte Thema Ortsumgehung ein. Sowohl bei seiner Rede in der Kirche, als auch beim Empfang im Pfarrsaal sprach Harald Hofmann wichtige kommunalpolitische Vorhaben an. Im Hinblick auf eine Ortsumgehung gebe es zwei Bürgerinitiativen, die eine für, die andere gegen die Nordtrasse. An einer Bürgerversammlung zu diesem Thema seien etwa 300 Bürger anwesend gewesen. Er schloss mit den Worten: "Am Ende werden die Bürger in Form einer Bürgerbefragung über das Projekt entscheiden."
Der Bürgermeister appellierte an die Bürger, im Hinblick auf ihr Einkaufsverhalten die Angebote Nüdlinger Firmen verstärkt zu nutzen. Er blicke positiv auf die Zukunft. "Die Gemeinde Nüdlingen ist gut aufgestellt. Die Finanzen sind geordnet", sagte er und fügte hinzu: "Unser größter Schatz sind die Menschen, die sich täglich für uns und für die Mitmenschen einsetzen". Die Rede wurde mit starkem Beifall aufgenommen.


Enge Gemeinschaft

Die enge Gemeinschaft von kirchlicher und politischer Gemeinde wurde auch beim Sebastianiempfang deutlich. Pfarrer Kesina verband seine Neujahrswünsche mit der Aussage des Linken-Politikers Gregor Gysi, der nicht in einer "gottlosen Gesellschaft" leben wolle. Die Kirche sorge dafür, dass es noch eine allgemein verbindliche Moral gebe. Vor den Flüchtlingen solle man sich nicht fürchten, sondern ihnen den Glauben vorleben. Pfarrer Klein erinnerte an die erste Herztransplantation vor 50 Jahren und das 500-jährige Reformationsjubiläum. Dr. Martin Luther habe zum Ziel gehabt, die Kirche zu erneuern, nicht sie zu spalten. Es sei wichtig, dass der Glaube eine "Herzenssache" werde. Hofmann ging auf das diesjährige 20-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft Nüdlingen - Saint Marcel ein. Er lud die Bürger ein, am Festakt am 29. April teilzunehmen.


Mit Urkunde und 500 Euro

Franz Schäfer, den unter anderem die Vierzehnheiligen-Wallfahrer als Fahrer des Transportfahrzeuges kennen, wurde seitens des Gemeinderats der Schnitthapper-Preis zuerkannt. Er hat sich um die Verschönerung des Ortsbildes verdient gemacht, in dem er sein denkmalgeschütztes Elternhaus, einen Fachwerkbau, gründlich und liebevoll renoviert hat.

Der Preis, eine geschnitzte Schnitthapper-Figur, eine Urkunde und eine Geldzuwendung von 500 Euro wurden Franz Schäfer vom Bürgermeister überreicht.

Bürgermeister Harald Hofmann zeigte sich erfreut, dass die aus Maßbach stammende Bundestagsabgeordnete Sabine Dittmar (SPD) zum Neujahrsempfang gekommen war. Die Abgeordnete zeigte die aktuellen Probleme unserer Gesellschaft auf, aber man dürfe den Menschen nur das versprechen, was man auch halten könne.
Kritisch äußerte sie sich zur Partei AfD: "Die AfD ist in Wirklichkeit keine Alternative", sagte Sabine Dittmar. Die AfD verbreite Hass und spalte die Gesellschaft.