Seit einigen Jahren liebt es Marie-Ja Rosa Heckmann, mit ihrer Kamera kleine Reisen in ihrem Garten, in die Weinberge, in den Wald zu unternehmen. Dabei faszinieren sie besonders die kleinen, auf den ersten Blick unscheinbaren Prozesse des Vergehens, des Loslassens. Manchmal gelingt es ihr, solche Momente einzufangen und ihren Zauber sichtbar zu machen. Hinzu kommt ihre Liebe zur Sprache.
Es stellt für sie einen besonderen Reiz dar, den Fotografien durch sprachliche Akzente einen neuen Sinn zu verleihen, der den Betrachter mit Fragen konfrontiert - oft mit einem Augenzwinkern.
In der Cafeteria sind "Augenblicke aus dem Weinberg" zu sehen. Das Fallen der Rebentropfen aus den Schnittstellen im Frühjahr. Glanzvoll und vergänglich zeigt sich die Welt darin auf dem Kopf. Der Versuch, das Fallen des Tropfens fotografisch darzustellen, war eine große Übung in Geduld und Gelassenheit, so die Künstlerin.
Auch bei den Aufnahmen aus dem Bereich " Experimentelle Fotografie " in Gang und Treppenhaus geht es um Prozesse des Wandels, der Veränderung. Sie entstehen aus einer Bewegung, oft einer inneren, die dann ihre Fortsetzung um außen findet. So soll die Kamera zum Pinsel werden, der das Motiv in ein Farben- und Lichtspiel verwandelt.
Die Komposition "Im Wandel" zeigt die Phasen des Werdens und Vergehens einer Amaryllisblüte. Die Formenvielfalt, die sie dabei zeigt, fasziniert die Fotografin immer wieder, besonders auch die fragile Schönheit während des Welkens. Durch das Aufhängen der Bilder im Kreis wird der ewige Prozess deutlich, der auch in den W-Wörtern aus Aluminiumdraht aufscheint.
Die Ausstellung ist noch bis zum 15. November zu besichtigen, und zwar von Dienstag bis Sonntag, jeweils von 10 bis 17 Uhr. red