Viele Komplimente hörte man unter den zahlreichen Besuchern, die am Samstag und am Sonntag das außergewöhnliche Fest, genannt Bayrisch-Preußisches Fläär, besuchten. Wer den Prospekt zu Rate zog, konnte bereits erahnen, dass nicht alle Angebote besucht werden konnten, so vielfältig waren sie. Die Zahl der Besucher ist kaum zu schätzen. Bei herrlichem Wetter an den drei Festtagen, den Großen Zapfenstreich mit eingerechnet, erwies sich die umfangreich vorbereitete Veranstaltung als Highlight und Mega-Event.
Es ist stets problematisch, die Verdienste einzelner Personen herauszuheben und doch sollen ein paar Namen genannt werden, die sich besonders um die Organisation und Gestaltung verdient gemacht haben. Da ist zunächst Edgar Thomas, der Vorsitzende des Arbeitskreises 1866, zu nennen. In schier unermüdlicher Schaffenskraft setzte er sich ein. Jürgen Bereiter, Oberstleutnant a.D. hatte sich jahrelang mit dem Bruderkrieg befasst und bei mehreren Vorträgen und Aktionen Bürger und Vereine zum Mitmachen motiviert.
Die Erfahrung bei der Organisation kam dem Fest zugute. Nicht nur um das "Müller Haus" in der Kissinger Straße kümmerte sich Birgitt Waldner mit einem Arbeitskreis. Zusammen mit einigen Helfern sorgte sie dafür, das Dorf mit Gegenständen aus dem Heimatmuseum zu dekorieren. Unermüdlicher Eifer kennzeichnete auch ihren Einsatz. Außer den Genannten waren viele Helfer, aus den Freiwilligen Feuerwehren und den meisten Ortsvereinen engagiert.
Den Besuchern wurde Informatives über den Bruderkrieg, Musikalisches durch eine Vielzahl auftretender Gruppen und Kulinarisches geboten. Alles aufzuzählen ist unmöglich.
Die Landwirtschaft und ihr Wandel vom 19. Jahrhundert bis heute war stark vertreten. So sahen die jungen Besucher vielleicht erstmals, wie früher mit Dreschflegeln Getreide gedroschen wurde. Die Spinnstube, die am Sonntag im Müller Haus wie in alter Zeit zusammensaß, sorgte für nostalgische Atmosphäre.
Das Müller Haus bildete auch das Quartier der bayerischen Soldaten, die zu mehreren Zeiten durch den Ort marschierten und große Aufmerksamkeit auf sich zogen.
Die musikalischen Darbietungen und die Volkstänze auf der Hauptbühne zogen stets die Aufmerksamkeit auf sich. Jürgen Bereiter verstand es auch hier, in lockerer Art zu moderieren. Ein Höhepunkt der Auftritte war der "Allianz-Chor" unter der Leitung von Dmitriy Romanetskiy, der kurz vorher den Folklorechor Nüdlingen - Bad Kissingen dirigiert hatte. Der Allianz-Chor sang den irischen Segenswunsch und die Europahymne.
Erfreulich, dass auch beim diesjährigen Fläär Gäste aus der Partnerstadt Saint Marcel in Nüdlingen weilten. Am Samstagabend gab es im Hof des Kindergartens Rotwein und Käse aus der Normandie. Das Ende des "Bayrisch-Preußischen Fläär" bildete ein attraktives Feuerwerk.
Edgar Thomas bedankte sich für den Empfang der Gemeinde zum Auftakt am Freitag. Dadurch sei eine Stärkung des Ehrenamts für Vereinsvorstände und die Mitglieder des Arbeitskreises 1866 erreicht worden. "Beim Großen Zapfenstreich war ich vom großen Zuschauerandrang überrascht und habe mich sehr gefreut", sagte Edgar Thomas und bedankte sich bei allen, die beim Fläär mitgewirkt haben.