18.21 Uhr war es am Mittwochabend, als im Markt Burkardroth im Rahmen der Brandschutzwoche die Feuerwehrsirenen heulten. "Starke Rauchentwicklung in der Kindertagesstätte Stangenroth, zwei Kinder werden vermisst," erfuhren die Wehren das Szenario von der Leitstelle Schweinfurt über Funk. Die Kindertagesstätte war innen komplett eingenebelt, die Brandmelder sorgten für ein infernalisches, ohrenzermürbendes Geheule.

Nach acht Minuten sprangen die ortsansässigen Stangenrother Feuerwehrleute aus ihrem Fahrzeug, Einsatzleiter Christian Metz hatte das Kommando: "Wir bilden zwei Abschnitte, einen für den oberen Bereich, einen für den unteren Bereich. Wir übernehmen hier den oberen." Metz wies die Atemschutzträger für ihren Einsatz an und ließ die Schlauchleitungen legen.

Erst die Menschen, dann das Feuer

Während weitere Wehren dazukamen, verlangte die Funkleitstelle Schweinfurt Funkstille. In Hammelburg wurden brennende Heuballen unter der Saalebrücke gemeldet, dazu musste kurzzeitig die Frequenz frei bleiben. Den Einsatz der Burkardrother Wehr im unteren Bereich leitete Ariel Karwacki. Menschenrettung geht vor Brandbekämpfung, und so klang einer seiner ersten Anweisungen: "Mario, du übernimmst den Atemschutz und gehst mit dem ersten Rohr ins untere Geschoss." Karwacki stellte den Scheinwerfer auf und ließ die Wärmeschutzkamera bringen. "Von Frauenroth erwarte ich, dass sie unser Fahrzeug mit ihrer Leitung speisen," erfuhren die bereitstehenden Kollegen. Die Gefäller Wehr versorgte die verletzten Kinder und die übernervöse Betreuerin.

Gruppenleiter Frank Ziegler stellte mit seinen acht Premicher Wehrmännern eine Atemschutzgruppe und sorgte auch für den notwendigen Rettungsdienst. Einmalig im Markt Burkardroth ist die Fluchthaube, die Markus Alles und Christian Rost von der Frauenrother Wehr bei Hannes Mehling einsetzten. Die Haube wird Personen aufgesetzt, die durch verrauchte Räume hindurch gerettet werden müssen. Die Maske versorgt den Geretteten mit Atemluft, die von einer Sauerstoffflasche eines Atemschutzträgers gespeist wird.

Zufriedene Beobachter

Kreisbrandmeister Egon Gessner, zuständiger Kreisbrandmeister des Marktes Burkardroth, hatte die Übung in Stangenroth angesetzt und war "sehr zufrieden. Überrascht war ich, dass die Wehren so schnell zum Einsatzort kamen. Christian Metz bemängelte zunächst zwar zu geringe Atemschutzträger, aber die hätte ich im Ernstfall sofort nachalarmiert." Als Beobachter halfen dem KBM Stralsbachs 1. Kommandant Bernd Müller und der 1. Kommandant der Waldfensterer Wehr, Klaus Preisendörfer.