Qualm dringt aus einer Tür hinaus in die Hofgasse. Mit einem Tuch hält sich Else Reim, eine Tochter der Eigentümerin, Mund und Nase zu. Schon bald ist klar: Die Elektronik der Heizungsanlage ist durchgeschmort. Doch zum Glück zieht der Qualm nicht durch das ganze Haus, sondern verflüchtigt sich über den Kellereingang.

Zwei Feuerwehrmänner mit Atemschutz-Ausrüstung gehen in das Gebäude. Sie löschen den Brand. Dann wird der Qualm mit einem Entrauchungs-Gerät aus dem Raum gezogen. Das funktioniert in etwa wie ein Föhn: Mit der so genannten Saug-Lutte wird der Qualm eingesogen und über die Druck-Lutte nach draußen geleitet.

Kunden und Mitarbeiter flüchteten rechtzeitig ins Freie

"Wir mussten die Leute evakuieren", erzählt Reim, wie Kunden und Mitarbeiter fluchtartig die Metzgerei verließen. Der Schock steht ihr deutlich ins Gesicht geschrieben. "Das ist alles nicht so tragisch", sagt ein Polizist tröstend zu ihr. "Ich hoff's", sagt sie nur. Und tatsächlich: Innerhalb von einer halben Stunde ist alles erledigt. Die zwei Rettungssanitäter, die vorsorglich vor Ort sind, verabschieden sich. Techniker der Stadtwerke begutachten die Heizungsanlage und verschaffen sich ein Bild von den Schäden.

"Die Mitarbeiter haben genau richtig reagiert", sagt Einsatzleiter Werner Übelacker als alles vorbei ist. "Sie haben die Tür zugemacht und den Hauptschalter ausgeschaltet." So musste die Feuerwehr nur noch löschen und den Qualm absaugen.

15.000 Euro Schaden

Wie die Polizei am Nachmittag mitteilte, ist das Feuer im Bereich der Befeuerungsanlage der Heizung ausgebrochen. Dann griff es auf weitere Teile der Anlage und auf isolierte Leitungen über. Hinweise auf Brandstiftung und Beteiligung Dritter liegen nicht vor. Als Brandursache nehmen die Beamten einen Kurzschluss an.

Knapp zwei Stunden später öffnet die Metzgerei wieder für ihre Kunden. Alles läuft wie immer, noch nicht einmal Brandgeruch liegt in der Luft. Auch wenn das Feuer glimpflich ausgegangen ist, hätten die Eigentümer wohl gern auf diesen Zwischenfall verzichtet, denn wichtige Teile der Heizung sind zerstört. Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 15.000 Euro. Verletzt wurde niemand.