Gespannt schaut Wolfgang Rottenberger auf den Bildschirm. Natascha und Erwin Below zeigen dem 76-Jährigen Fotos von der Kirmes 2013. "So sah das Festzelt im Innern aus, festlich dekoriert in Weiß und Blau", erklären die beiden, die zum Kirmes-Organisationsteam der Wollbacher Feuerwehr gehören. "Alles klar", sagt Rottenberger. Mehr nicht. Er ist kein Mann der vielen Worte. Anpacken ist stattdessen seine Devise.
Das zeigt er jedes Jahr Anfang September, wenn es gilt, das große Kirmeszelt am Ortsausgang von Wollbach auf- und abzubauen. Dabei wurde das beliebte Fest nicht immer dort gefeiert.


Nacht- und Nebelaktion

"Den ersten Kirmesbaum haben wir unten am Gasthaus Rhön hingestellt", erzählt Rottenberger. Das geschah 1972, quasi in einer Nacht- und Nebelaktion. "In den Dörfern ringsum wurden überall welche aufgestellt. Da dachten wir, warum nicht auch bei uns in Wollbach", erinnert er sich. Wir, das war damals eine illustre Truppe, die sich Freitagabend regelmäßig in dem Gasthaus an der Rhönstraße traf. Zu dieser gehörten neben Wolfgang Rottenberger unter anderem auch Siegmund May sowie die in diesem Jahr verstorbenen Robert Kirchner, Josef Albert und Helmut Metz. Die "Wöllbicher Kirmes" war erfunden. Bereits 1973 wurde das erste Festzelt am See errichtet und ein richtiges Dorffest gefeiert, das immer größer wurde. Später fand die Kirmes auf dem Gelände statt, auf dem heute der Bauhof steht. Seit den 1980er Jahren wird das Fest am Ortsausgang gefeiert - auf dem Grundstück der Freiwilligen Feuerwehr Wollbach.


Heuer sind die Floriansjünger dran

Anfangs organisieren es die Feuerwehrleute und die Sportler des TSV Wollbach gemeinsam. Seit Beginn der 1980er Jahre jedoch wechseln sich die beiden Vereine als Veranstalter ab. Heuer sind wieder die Floriansjünger an der Reihe, die das Fest aber nicht mehr alleine stemmen. "Seit 2007 unterstützt uns die Bläservereinigung Burkardroth", erklärt Birgit Below vom Organisationsteam. Auch die Zahlbacher Feuerwehrleute haben einige Zeit mitgemacht. Denn, um die "Wöllbicher Kirmes" zu veranstalten, brauchen die Organisatoren rund 400 freiwillige Helfer. Diese zu finden, fiel in diesem Jahr nicht schwer. "Man muss die Leute direkt ansprechen", sagt sie. "Manche helfen alle fünf Tage, andere nur einen", ergänzt ihr Mann Erwin.


Bis zu 6000 Besucher erwartet

Zwischen vier- und sechstausend Besucher werden am Wochenende zur Kirmes erwartet. Zum Auftakt spielt am Freitagabend ab 21 Uhr die Band "Bassd scho". Am Samstag wird um 19 Uhr der Plobaum aufgestellt. Anschließend musizieren die Oberspiesheimer im Festzelt, in dem rund 1000 Besucher Platz finden. "An diesen Abend verlangen wir diesmal keinen Eintritt", sagt Birgit Below. Es ist ein Versuch, der auch in die Hose gehen und dem Verein ein Minus bescheren kann. Dessen sind sich die Organisatoren bewusst. "Aber wir wollen dahin zurück, wie die Kirmes vor Jahren gefeiert wurde. Ohne Eintritt", so die 51-Jährige. Wollbach soll wieder der Treffpunkt im Landkreis werden, für Jung und Alt, für alle Generationen.
Entsprechend gemischt ist auch das Sonntagsprogramm. Zum Abschluss am Montag wird der Seniorennachmittag im Festzelt veranstaltet. Ab 17 Uhr wird Kesselfleisch angeboten. Auch Kinder und Jugendliche kommen bei der Veranstaltung nicht zu kurz. "Auf sie wartet an allen vier Tagen ein kleiner Vergnügungspark vor dem Festzelt", sagt Birgit Below.
Für Wolfgang Rottenberger dauert die Wöllbicher Kirmes aber keine vier, sondern sieben Tage. Sie beginnt für den Rentner mit dem Aufbau am Dienstag vor dem Fest und endet am Dienstag danach mit dem Abbau. "Hoffentlich kommen wieder ausreichend Leute dazu", sagt er.
Dann dreht sich der ehemalige Postler um und inspiziert gemeinsam mit Erwin Below das Festgelände. Schließlich muss alles bestens vorbereitet sein.

Programm :
Freitag
, 4. September: ab 21 Uhr spielt "Bassd scho"

Samstag 19 Uhr Plobaum-Aufstellung, anschließend spielen die Oberspiesheimer

Sonntag Frühschoppen, ab 11.30 Uhr Kirmesessen; 13 Uhr Bläservereinigung Markt Burkardroth; 17 Uhr Waldfensterer Bergmusikanten

Montag 14 Uhr Andacht in der Siebenschmerz Kapelle, anschließend Seniorennachmittag, ab 17 Uhr Ausklang mit den Premicher Musikanten kkh