Der FC 05 war angetreten, mindestens Zweiter in der Regionalliga zu werden, sich zum dritten Mal in Folge für den DFB-Pokal zu qualifizieren und, wenn alles ideal läuft, in die Dritte Liga aufzusteigen. Stattdessen gab's einen vierten Platz bei 18 Zählern Rückstand auf Meister FC Bayern II.

"Wenn man ehrlich ist, war die Saison mit der Niederlage in München im Dezember durch", sagt Sportleiter Björn Schlicke. Der 37-Jährige kam zum 1. Januar 2019 in Amt und Würden. Da war das unglückliche Pokal-Aus am grünen Tisch durch, das seinem Vorgänger Gerd Klaus den Job kostete.

"Das hat uns in meinen Augen das Genick gebrochen", sagt Timo Wenzel zum Pokal-Dilemma. Und vertut sich: Zwar gab's danach zwei Unentschieden, aber auch drei Siege in Serie. Erst dann folgten sieben Partien ohne Sieg bei vier Punkten.

Wenzel verweist auch darauf, dass seine Rochaden nicht allen Spielern gut getan hätten. "Und dann war da eine neuer Trainer, der vielleicht auch eine andere Einstellung zum Beruf hat." Die Zügel wurden angezogen; ausnahmslos waren alle Vollprofis.

"Ich kann nur von wenigen Spielern sagen, dass ihnen die Mentalität gefehlt hätte", ist Schlicke zwar anderer Meinung als Wenzel, der Versagen oft mit der Charakterfrage verknüpfte, findet aber: "Es ist offenkundig nicht Jeder mit dem Druck zurecht gekommen." Dabei hatte man gestandene Profis wie Ronny Philp (oft verletzt), Stefan Kleineheismann (nicht immer die eindeutige Führungsfigur), Florian Trinks (erst auf der Zielgeraden auffällig) und Alexander Piller (auf dem Flügel wirkungslos) ins Boot geholt.