FC 05 Schweinfurt - SV Schalding-Heining 1:2 (1:1). Tore: 1:0 Dominik Weiß (6.), 1:1 Muhammet Alagöz (30.), 1:2 Alexander Kurz (54.), 1:3 Stefan Lohberger (70.). An der Spitze der Regionalliga Bayern entwickelt sich ein Schneckenrennen. Der FC Bayern liegt zwar ständig vorn, leistet sich aber regelmäßig Patzer. Der Zweite VfB Eichstätt spielt am Limit. Burghausen und Nürnberg II unterliegen so enormen Schwankungen, dass mittelmäßige Clubs wie Memmingen oder Schalding-Heining aufschließen konnten. Und der FC 05 Schweinfurt, der gegen diese Schaldinger am Freitag mit 1:3 verlor? Der hat in der Winterpause womöglich zehn Punkte Rückstand auf München.

Eine fatale Entwicklung durch drei sieglose Partien mit nur einem Punkt und 3:10 Toren. Zumal für eine Mannschaft, die in die Dritte Liga aufsteigen möchte. Die dieser Aufgabe wohl nicht gewachsen ist. Dass man mal verliert - geschenkt. Aber acht Unentschieden und 23 Gegentreffer gehen auf keine Kuhhaut. Weshalb Timo Wenzel nach der Niederlage vom Freitag das Thema Angst ansprach. "Ich habe das Gefühl, dass, wenn wir ein Tor bekommen, das komplette Kartenhaus zusammenfällt.", sagte er mit Blick aufs 1:1 der Schaldinger aus einem Standard. "Dabei spricht nach dem schnellen 1:0 alles für uns. Das sollte uns Selbstvertrauen und Mut geben. Stattdessen sitzen wir in der Pause in der Kabine, als stünde es 0:3."

Die Häufung der immer selben Konsequenzen nach einem Gegentreffer haben Spuren hinterlassen. Da scheuen die Defensivspieler den konstruktiven Aufbau, agieren mit langen Bällen. Da wird in der Mitte mit ermüdendem Ballbesitz statt mit gewitzten Geistesblitzen nach der Lücke gesucht. Da geht der Offensive nicht mehr in Eins-Eins-Situationen aus Angst, den Ball zu verlieren.

Zögerliche Offensivspieler

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Beste Exempel lieferte Alexander Piller in der Schlussphase, als er aussichtsreich vorm Tor zweimal halbgar abspielte. Er steht seit Wochen ebenso neben sich wie Florian Pieper. Ersatz-Kapitän Christopher Kracun hatte eine desolate Diagonalpassquote. Dominik Weiß, Schütze des 1:0, produzierte den Fehler zum 1:3, 20 Minuten vor Ende der Sargnagel.

Potenzial ist da, das zeigt der FC 05 gegen starke und mitspielende Kontrahenten. Doch ist er mit seinem Latein schnell am Ende, wenn der Gegner unbequem agiert und auf Konter lauert. Wenzel hat die Signale erkannt. "Schauen die Spieler nicht auf die Tabelle? Wenn man die Chance hat, auf einen Punkt an die Bayern ranzukommen, muss das Ansporn sein. Da vermisse ich die Geilheit." Das Team trainiere gut, habe keine internen Misstöne, nur Angst davor, dass Kleinigkeiten es aus der Bahn werfen.

Skurril mutet vier Wochen vorm Bayern-Knüller an, dass Kracun im wachsenden Rückstand auf die Münchner eine Chance sieht: "Natürlich haben wir die Tabelle im Kopf, aber das wird uns nicht hindern, alles rauszuhauen."mib Schweinfurt: Eiban - Lo Scrudato (57. Piller), Strohmaier, Kracun, Fritscher (72. Görtler) - Billick, Fery - Weiß, Krautschneider - Pieper (57. Maderer), Jabiri.