Zur Eröffnung des Kultursommers Main-Kinzig-Fulda 2013 hatte die Kunststation Kleinsassen die Mitmachaktion Märchenwelten angeboten: Die Teilnehmer schufen im Skulpturengarten, in den Werkstatträumen und vor dem Ausstellungshaus gemeinsam mit professionellen Künstlern fantasievolle Arbeiten rund um die Geschichten der Brüder Grimm. So erwachten Rumpelstilzchen, Rotkäppchen, Rapunzel und Co. vor der Kunststation zu neuem Leben.
Das Leben und Wirken der Brüder Grimm bildet im Grimm-Jahr den thematischen Schwerpunkt des Kultursommers Main-Kinzig-Fulda.

Mit Freude und Fantasie

Obwohl es noch einen Tag vor der Eröffnung der traditionsreichen Veranstaltungsreihe aus allen Wolken gegossen hatte, blieben die Teilnehmer an der Mitmachaktion trocken. Hier und da kam sogar die Sonne durch. Mit viel Freude und Fantasie gingen die Teilnehmer ans Werk, tauchten auf unterschiedlichste Weise ein in die bunte Märchenwelt und erweckten die beliebten Figuren zu neuem Leben - mit Pinsel und Farbe, in Ton, Stoff oder Metall.
So stellten sie Szenen aus den bekannten Geschichten der Grimms dar und rückten deren beliebte Figuren in den Mittelpunkt der Gemeinschaftsarbeiten. Die Kunststation stellte die Materialien - und jeder konnte kostenfrei mitmachen. Vor allem Kinder, Jugendliche und junge Familien nutzten die Gelegenheit, einmal mit echten Künstlern kreativ zu Werke zu gehen, und waren im Anschluss zu Recht stolz über die Ergebnisse der Aktion.
Wer mit Metall arbeiten wollte, der hatte in Ulrich Barnickel einen trefflichen Lehrmeister. Er half mit Rat und Tat beim Vorzeichnen und Schweißen - und nach und nach rangen die Teilnehmer den dünnen Blechen famose Figuren ab, die hinterher an den Ästen eines Baums im sanften Wind tanzten: Rumpelstilzchen, der Goldesel, eine bucklige Hexe und viele andere Märchengestalten ließen die Besucher staunen. Beim Filzen auf der Wiese des Skulpturengartens mit Sabine Massel hatten besonders die Kleinen großen Spaß und schufen zarte und fantasievolle Bilder. Susanne Isabel Bockelmann führte die Mitglieder ihrer Projektgruppe in die Kunst des Holzschnitts ein. Und bei Bernadette Wrana drehte sich alles um das kreative Gestalten mit Ton.
Die beiden Textilkünstlerinnen Gisela Hafer und Barbara Benedix kreierten gemeinsam mit den Teilnehmern ihrer Gruppe eine riesige Installation. Aus Stoffbahnen, einige davon golden schimmernd, flochten sie einen mehrere Meter langen Zopf. Diesen ließen sie anschließend aus dem oberen Fenster des Fachwerkgiebels der Kunststation herunter und erinnerten so an Rapunzel mit ihrem langen blonden Haar, an dem der Prinz im Märchen den hohen Turm erklomm, in dem die Schöne eingesperrt war. Allein, ein echter Königssohn stellte sich bei der Mitmachaktion der Kunststation nicht ein.
Dafür tummelten sich auf den Bildern der Malgruppen von Lothar und Karin Reichardt, von Veronika und Alexander Zyzik und von Bernd Baldus, der mit Teilnehmern der Tanner Diakonie arbeitete, viele beliebte Märchenhelden aus der wundersamen Welt der Grimms: Rotkäppchen und der böse Wolf, Hase und Igel, die sich einen Wettlauf liefern, Goldmarie und Pechmarie samt Frau Holle und zahllose andere mehr. Auch die Märchen aus 1001 Nacht entfalteten ihren exotischen Charme vor traumhafter Wüstenlandschaft - unter anderem mit Aladin und der Wunderlampe, von der Projektgruppe des marokkanischen Künstlers Mohamed Younssi zauberhaft auf Leinwand gebannt.
Unter die Besucher im Skulpturengarten hatten sich darüber hinaus zwei wundersame Gestalten gemischt: Das Maskenpaar "Theofine und Eduard", gespielt von Andreas Wahler und Jürgen Merz vom Traumtheater Kleinsassen, verwickelte Groß und Klein in launige Gespräche über Kunst, Kitsch und Krempel und sorgte so für viel Spaß und gute Unterhaltung.