Zum Internationalen Aktionstag, dem Equal Pay Day, haben die Frauen vom Bad Kissinger Frauenring die Rechte der Frauen vertreten. Am Alten Rathaus verteilten einige Mitglieder des Frauenrings nicht nur die roten Taschen, die ein Sinnbild für die roten Zahlen in den Geldbeuteln der Frauen sein sollen - sie diskutierten mit den zahlreichen Passantinnen und Passanten über ihr Ziel: Eine Arbeitswelt, in der Frauen gerecht bezahlt werden und faire Chancen am Arbeitsmarkt erhalten. Bei den Gesprächen wurden die Probleme deutlich: Junge Frauen klagten, dass sie mit drei Kindern kaum eine Chance auf Beschäftigung hätten, ältere Frauen, dass sie wegen Kindererziehung oder Teilzeitarbeit nur wenig Rente bekämen.
Junge Paare wollen ihre Kinder meist gemeinsam erziehen und gleichermaßen beruflich erfolgreich sein - die Familienarbeit soll gerecht aufgeteilt werden. Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist häufig eine Frage der Arbeitszeit. Während die meisten Frauen versuchen, Beruf, Kinder und Haushalt miteinander zu kombinieren, arbeiten Männer häufig über die 40 Stunden pro Woche hinaus und haben zu wenig Zeit für ihre Familie. Studien zeigen, dass Familien sich flexible Arbeitsmodelle wünschen und gleichzeitig mehr Arbeitszeit für Frauen und weniger für Männer, um die Zeit für Beruf und Kinder gleichmäßig aufteilen zu können.
Noch immer werde die Reparatur eines Autos oder die Produktion technischer Geräte höher bewertet als die Arbeit in Erziehung oder Pflege, den frauentypischen Berufen. Eine Aufwertung dieser Tätigkeiten sollte nicht nur den gesellschaftlichen Wert erhöhen, sondern auch die Bezahlung gerechter gestalten, hieß es. red