Die Ausgabe von Briefmarken war früher den einzelnen Ländern überlassen. In Bayern war die erste Briefmarke, der schwarze 1er (Ein Kreuzer). Er ist zum 1. November 1849 herausgeben worden und wird noch heute in Sammlerkreisen hoch gehandelt. Natürlich nur, wenn er echt ist.
Die Druckerei T.A.Schachenmayer (ehem. Verlag der Saale-Zeitung) hat im Jahr 1920 einen Nachdruck gefertigt und diesen auf einer Postkarte angebracht, zusammen mit der amtlich herausgegebenen
letzten bayerischen Briefmarke des Freistaates Bayern 1920. Dieser Nachdruck war also keine Fälschung, da die Marke nicht mehr gültig war, und auf der Karte aufgeklebt und gekennzeichnet wurde. Heute werden solche Marken, die einzeln auf dem Markt kommen, erst von amtlichen Bundesprüfern auf Echtheit geprüft.

Teuer sind nur Spitzenwerte

Der Briefmarkensammlerverein Bad Kissingen hat immer wieder mit Marken zu tun, die verkauft werden sollen und dann nicht echt sind, oder nachgummiert sind.
Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung trafen sich die Mitglieder im Vereinslokal Weinstube Kirchner, Obere Markstr.2. Die Regularien wurden schnell abgearbeitet. Neuwahlen und Ehrungen standen nicht an.
Der 1. Vorsitzender der Briefmarkensammlervereins e.V. Heinz Stempfle hat sehr bedauert, dass die Post eine Flut von neuen Briefmarken herausgibt.
Die Kosten dafür kann sich ein junger Sammler kaum leisten. Briefmarkensammlungen, die durch Sterbefälle verkauft werden sollen, bringen leider wenig, wenn sie keine Spitzenwerte enthalten.
Große, seltene Sammlungen und Einzelwerte erzielen nach wie vor auf Auktionen Spitzenpreise. Heinz Stempfle nennt nur einen Auktionator und einige Beispiele. Ein Brief aus China mit Mischfrankatur von 1916 wurde mit 500 Euro aufgerufen, der Zuschlag erfolgte bei 7300 Euro. Eine Spezialsammlung Deutsches Reich 1872-1923, Ausruf 30 000 Euro, bekam den Zuschlag bei 69 500 Euro.

Eine Million Sammler

In Deutschland gibt es rund eine Million Briefmarkensammler, diese so Stempfle sollten auch weiterhin Freude an ihrem interessanten Hobby haben. Sammler sind glückliche Menschen.
Die Fahrten des Vereins werden von Mitgliedern und Gästen gerne angenommen und sind auch dieses Jahr wieder im Programm.
Die Treffen der Briefmarkenfreunde sind auch weiterhin alle 14 Tage in der ungeraden Woche um 19,30 Uhr in der Weinstube Kirchner, Obere Markstr.2.
Otto Baumann