Während es "hinan zur Burg" heißt für viele Gäste - viele nutzen auch den Pendelbusverkehr vom Berliner Platz aus - spielt sich im Burggraben schon jede Menge buntes Treiben ab. Da gibt es Musik mit Troubadouren, Minnesang und Ritterspiele, die ihre Fans auf die Naturbühne locken. Zugleich treffen sich Graf Otto und Beatrix mit den Aktiven zur "erlaubten Wollust des Leibes" im Zelt. Da wird ritterlich getafelt und geschmaust. Und untermalt wird das Ganze mit mittelalterlicher Musik und Tanz, auch von Bauchtanz, um Graf Otto einen Augenschmaus zu bereiten. Und Zuschauer jeden Alters genießen es, dabeizusein und applaudieren kräftig.
Um die Mittagszeit herrscht auch an den Verkaufständen, an denen sich die Gäste verköstigen lassen können, Hochbetrieb, während sich die Aktiven, insgesamt etwa 300 an der Zahl, teilweise eine kleine Auszeit gönnen.
Cheforganisator Werner Vogel alias Otto von Botenlauben senior wagt um diese zeit noch keine Spekulation über die Zuschauerzahlen. Nur soviel: Das 27. Botenlaubenfest gehört, auch von der Besucherzahl her, zu den wirklich gelungenen Festen.
Dass es tags zuvor beim Feuertheater auf der hohen Zinne eine Panne gegeben und die Akteure von Un poco loco ganz schön erschreckt hatte - der Tontechniker war zu spät gekommen, es hatte kein Soundcheck stattgefunden und ein Segel war vorzeitig in Flammen aufgegangen - das war zu diesem Zeitpunkt fast schon vergessen. Zumal das Spektakel beim abendlichen Publikum ganz besonders gut angekommen war.
Ein besonderes Erlebnis am Nachmittag war die Neuinszenierung des Minnesängerwettstreits, zu dem alle Minnesänger von Rang und Namen angereist waren. Besonders großen Applaus bekamen aber auch Otto von Botenlauben im Duett mit der "heeren Frouwe" Brigitte Ascherl, die das Publikum mit ihrem vollen Sopran total begeisterte. Neu auch der fast gesprochene, teils aber auch gesungene Schlusskanon aller Sängerinnen und Sänger auf der Natuzrbühne, mit dem sie ihrem Gesang bescheinigten: "Minne, du kannst 1000 Wunder machen."
Und erneut erwies sich auch am Sonntagnachmittag der Rüsthof als idealer Veranstaltungsort für ein kleines Publikum. Werner Vogel war es, der das Publikum in seinen Bann zog, als er die Schleiersage der Gräfin Beatrix zur Gründung des Frauenklosters Frauenroth zum Besten gab. Auch dies eine Premiere, die bei den Zuschauern trotz oder gerade wegen der Enge im Rüsthof außerordentlich gut ankam.