Bürgermeister, Marktgemeinderat, Vorsitzender von Vereinsring und Gesangverein, und schließlich Ehrenvorsitzender der "Philharmonia"” 1893: Kaum jemand hat sich um Stangenroth so verdient gemacht, wie Erich Metz. Am 19. Januar wird der engagierte Ortsbürger 90 Jahre alt.

Erich Metz wurde 1932 als viertes Kind von insgesamt fünf Kindern in Stangenroth geboren. 1959 heiratete er seine Paula, eine geborene Arnold, die ebenfalls aus Stangenroth stammte, und die leider im Jahr 2012 gestorben ist. Die beiden haben zwei Kinder, Rainer (1960) und Sybilla (1963), inzwischen gibt es fünf Enkel und auch schon zwei Urenkel.

Erich Metz hat sich Anfang der 50er Jahre mit einem Baustoffhandel selbstständig gemacht und den Betrieb zusammen mit seiner Ehefrau bis zum Jahr 1995 geführt.1972 wurde er in den Gemeinderat der damals noch selbstständigen Gemeinde Stangenroth gewählt und gleich auch noch zum 2. Bürgermeister. Wegen der Erkrankung des damaligen 1. Bürgermeisters Theo Voll vertrat Erich Metz diesen fast in der gesamten Amtsperiode, also bis 1978.

Erich Metz war kein Freund der Gebietsreform in den 1970er Jahren. So versuchte er, die Eingemeindung von Stangenroth zu verhindern. 1978 kam es zu einem Wahlboykott in Stangenroth - es wurde einfach nicht gewählt. Abe es half nichts, 1978 kam die Zwangseingemeindung in den Markt Burkardroth.

Als Marktgemeinderat im Burkardrother Gremium war Erich Metz schließlich Ortsreferent für den Gemeindeteil Stangenroth. 1984 wurde er zum 3. Bürgermeister der gesamten Marktgemeinde gewählt, 1990 sogar zum 2. Bürgermeister. Dieses Amt hatte er bis 1996 inne.

Natürlich lag Erich Metz sein Heimatort Stangenroth immer besonders am Herzen. Unter seiner Leitung wurden viele Arbeiten mit den Stangenrother Bürgern komplett in Eigenleistung erledigt. Meistens übernahm Erich Metz die Initiative und auch die Bauleitung, er war ja vom Fach. Selbst mehrere verfügte Baustopps des Landratsamtes konnten ihn nicht davon abhalten, sein Lebenswerk zu vollenden.

Unter seiner Ägide entstanden der Umbau des Friedhofs 1975 und die Friedhofsmauer, die Erschließung der Neubaugebiete, der Lärchen- und der Kapellenweg 1975 bis 1978, die Erneuerung des "Trai" - Brunnen im Rahmen der Dorferneuerung mit der Flurbereinigung in den 70er Jahren sowie die Erneuerung des Glockenstuhls an der Pfarrkirche Stangenroth. Den Glockentransport zur Gießerei nach Bad Friedrichshall sowie die Abholung der Glocken übernahm Erich Metz unentgeltlich mit seinem privaten Lkw. Von Erich Metz ging die Initiative zum Bau des Kindergartens 1976 aus, und natürlich hat er auch hier tatkräftig mit angepackt.

Auch der Bau der Rhönfesthalle ging Mitte der 1970er Jahre von Erich Metz aus. Trotz knapper Kasse leistete er sich den Luxus, einen fünfstelligen Bauzuschuss der Gemeinde abzulehnen. Sein Stolz ließ es einfach nicht zu, dass die Gemeinde ansonsten als Miteigentümer ins Grundbuch eingetragen worden wäre. Und deshalb gehört bis heute die Rhönfesthalle alleine den Stangenrother Vereinen. "Das war damals wie heute noch, einzigartig in ganz Bayern", sagt Erich Metz heute noch mit einer gewissen Genugtuung.

Erich Metz war 27 Jahre lang Mitglied im Vereinsring, dessen Vorsitzender von 1976 bis 2000 und

stellvertretender Vereinsringvorsitzender von 2000 bis 2003. Als die Flurbereinigung kam, war er 20 Jahre lang örtlicher Beauftragter und zusammen mit dem Vorstand an der Straßen- und

Entwässerungsplanung beteiligt. Natürlich war er auch Verbandsrat im Abwasserzweckverband Aschach/ Saale, von 1972 bis 1978 und von 1984 bis 1990.

Insgesamt 66 Jahre war Erich Metz aktiver Sänger im Gesangverein Philharmonia in Stangenroth, dessen Vorsitzender er von 1969 bis 2005 war, also 36 Jahre lang. 2006 wählten ihn die Mitglieder zum Ehrenvorsitzenden.

Schon 1948 ist er in den Gesangverein eingetreten, 1949 ging er zur Freiwilligen Feuerwehr. 1974 folgte der Eintritt in den Musikverein Stangenroth. Auch 1992, als Stangenroth sein 750. Ortsjubiläum beging, war Erich Metz mit der Gesamtleitung und der Organisation der Feierlichkeiten betraut. Damit habe er seinem Wirken für seinen Heimatort einen Höhepunkt gegeben, so sehen es viele Einheimische und auch er selbst.

1987 wurde Erich Metz für seine kulturellen Verdienste und sein langjähriges, ehrenamtliches Engagement vom damaligen Landrat Marko Dyga der Kulturehrenbrief des Landkreises Bad Kissingen verliehen. 1992 erhielt er für sein kommunalpolitisches Wirken die Verdienstmedaille in Silber von der Bayerischen Staatsregierung. Der Markt Burkardroth überreichte Erich Metz 2003 für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Wirken die Silberskulptur des Marktes Burkardroth. 2006 erhielt er das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt. Und natürlich war auch seine langjährige Treue zu den Vereinen immer wieder Anlass, ihn zu ehren.

Erich Metz hat aber auch das gesellschaftliche Leben in Stangenroth geprägt . Heute noch nimmt er gerne am geselligen Dorfleben teil, soweit es die Pandemie eben zulässt. "Ich habe das alles gerne für Stangenroth gemacht, und bin stolz auf die Bürgerinnen und Bürger von Stangenroth, die mich immer tatkräftig unterstützt haben", so Metz, der nach wie vor Allen mit Rat und Tat zur Verfügung steht. Noch immer geht er fast täglich in der Natur spazieren, oft verbunden mit einem Gang zur Wendelinuskapelle, in der er gerne noch so manches Lied singt, egal ob gerade zufällig Besucher da sind oder Wanderer vorbei kommen. Auch mit seinem Traktor fährt er gerne noch in seinen Wäldern vorbei und schaut nach dem Rechten.

"In der Natur und im Wald fühle ich mich sehr wohl", erklärt Metz. Oft sieht man ihn in und um Stangenroth auf dem Fahrrad. Wichtig sind ihm auch Rituale. "Nach dem Aufstehen gehört jedoch der erste Blick meiner Tageszeitung" . "Die tägliche Arbeit , die verschiedenen sonstigen Aktivitäten und Freizeit haben mich bis heute fit gehalten, zudem ist es wichtig immer positiv zu denken mit einer gesunden Portion Selbstvertrauen, dann kann im Leben kaum etwas schief gehen", erklärt Erich Metz, wenn man ihn nach seinem Geheimrezept für ein hohes Alter bei guter Gesundheit fragt.