Laden...
Bad Kissingen
Bundestagswahl

Entspannter Wahlkampf beim Brunch

Die CSU-Staatssekretäre Dorothee Bär und Stefan Müller nehmen in Bad Kissingen zu Familien- und Bildungspolitik Stellung.
Artikel drucken Artikel einbetten
Wilhelm Krogel (links) und Anja Ströbel (rechts) plaudern mit den Staatssekretären Stefan Müller und Dorothee Bär. Foto: Benedikt Borst
Wilhelm Krogel (links) und Anja Ströbel (rechts) plaudern mit den Staatssekretären Stefan Müller und Dorothee Bär. Foto: Benedikt Borst
+7 Bilder
Endspurt im Wahlkampf: Dreieinhalb Wochen vor der Bundestagswahl hat die Frauen Union ins Café Kaiser eingeladen, um mit den CSU-Staatssekretären Dorothee Bär (Wahlkreis Bad Kissingen) und Stefan Müller (Wahlkreis Erlangen) über Familien- und Bildungspolitik zu diskutieren - ganz entspannt bei Kaffee, Croissant und Brötchen. "Die lockere Atmosphäre hat mir sehr gut gefallen", meinte Anja Ströbel hinterher. Die 27-jährige Gymnasiallehrerin ist zwar Mitglied der Frauenunion, gekommen war sie aber vor allem, "weil das Thema Bildung für mich sehr interessant ist." Das sahen die übrigen Gäste offenbar ähnlich, denn der Großteil der Diskussion drehte sich um die Bildungspolitik.


Schüler digital fit machen

Stefan Müller, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, sprach sich unter anderem für das dreigliedrige Schulsystem und gegen Einheitsschulen aus. Er verteidigte den deutschen Bildungsföderalismus, befürwortete trotzdem ein bundesweit einheitliches Abitur und forderte größere Anstrengungen, um "den digitalen Einzug in den Schulen" voranzubringen. So müssten die Schulen besser ausgestattet, die Lehrer entsprechend ausgebildet und die Lehrpläne überarbeitet werden. Ziel sei, den Schülern ein Verständnis zu vermitteln von der digitalen Technik und davon, wie man mit Medien und Kanälen umgeht.

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, etwa im Handwerk, bei Facharbeitern und in technischen Berufen, müsse die berufliche Bildung gegenüber dem Studium aufgewertet werden. "Studium und Ausbildung stehen gleichwertig nebeneinander. Das Problem ist, das viele Menschen gar nicht wissen, welche Möglichkeiten es neben einer akademischen Ausbildung gibt", sagte Müller. Alle Schulen, auch die Gymnasien, müssten künftig Angebote zur Berufs- und Studienorientierung bereithalten.

In der Diskussion kamen prekäre Beschäftigungsverhältnisse bei Lehrern im Angestelltenverhältnis zur Sprache. Martin Wende (JU, Hammelburg) kritisierte, dass junge Lehrer kurzfristig mit Jahresverträgen eingestellt würden und im August während der Sommerferien kein Gehalt bekämen. "Es sind Kollegen dabei, die das drei bis fünf Jahre mitmachen", berichtete Wende. Es sei ein riesen Fehler, wenn der Freistaat so mit hoch qualifiziertem Personal umgehe. "Das ist ein Thema, das unter den Nägeln brennt", bestätigte auch Anja Ströbel. Als Mitglied der Bundesregierung ist Müller zwar nicht zuständig, er betonte aber, dass Lehrer eine sichere Anstellungsperspektive und gute Bezahlung bräuchten.

Bevor Dorothee Bär als Staatssekretärin ins Verkehrsministerium berufen wurde, war sie die familienpolitische Sprecherin der Union im Bundestag. "Wir haben einen absoluten Schwerpunkt auf der Familienpolitik", sagte sie in ihrer Wahlkampfrede. Die CSU werde sich für die Mütterrente einsetzen und wolle den Rechtsanspruch bei der Kinderbetreuung auch auf die Grundschule ausdehnen. Zudem solle das Kindergeld erhöht und die Kinderfreibeträge bei der Besteuerung angepasst werden, um Familien finanziell zu entlasten.