Die Tatsache, dass der Eltern-Informationsabend im Haus für Kinder mit fast 40 Personen besucht war, kann als positives Signal für den Fortbestand des St. Johannisvereins gesehen werden. Organisiert hatte den Termin der bisherige Vorstand, nachdem die Neuwahl gescheitert war. "Ich bin begeistert, dass so viele Leute da sind", sagte Vorsitzende Sandra Mathes. Im Kern ging es darum, die Arbeit des Trägervereins transparent zu machen und auf die Konsequenzen eines endgültigen Scheiterns des St.-Johannisvereins hinzuweisen.

Zu den Aufgaben gehören die Instandhaltung des Kindergartengebäudes in Nüdlingen, die Verwaltung und der Einzug der Mitgliedsbeiträge, die Verwaltung der Pflichtstunden, die Beschlussfassung über Anschaffungen, die Organisation des Kindergartenfests und regelmäßige Vorstandssitzungen. Dank einer Kooperationsvereinbarung übernehme die Gemeinde den Einzug der Eltern- und Essensbeiträge, den Haushalt und die Jahresrechnung sowie die Personalverwaltung.

Beraten von der Caritas

Claudia Rößner, die Kreisgeschäftsführerin des Caritasverbandes, machte deutlich, dass der Kindergarten im Caritasverband Dienstleistungen in mehreren Bereichen erhalte. So werde er fachlich und wirtschaftlich beraten, die Gehaltsabrechnung für die Mitarbeiter werde erledigt, ebenso die Haftpflichtversicherung sowie die betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung.

"Die Gemeinde übernimmt ja ein starkes Stück der Aufgabe. Die restlichen Aufgaben des Vorstandes halten sich in Grenzen", sagte Claudia Rößner. Die Gemeinde Nüdlingen wisse die Beratung durch den Caritasverband zu schätzen, denn sie führe zu höherer Qualität.

Stellvertretender Bürgermeister Harald Hofmann (CSU) gab eine feste Zusage: "Die Gemeinde lässt den St. Johannisverein nicht im Regen stehen. Bei einem Scheitern würde der Kindergarten für die Kinder und auch für die Eltern ärmer." Als unproblematisch sah Hofmann den Zustand der Gebäude an. Sie seien frisch instand gesetzt. Die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde bestätigte auch die Vorsitzende. Belastend seien freilich die oft auftretenden "kleineren Instandsetzungsarbeiten". Hilfreich wäre es, wenn dem Vorstand ein oder mehrere Männer mit handwerklichem Knowhow angehören würden. Wie Harald Hofmann sagte, wäre die Gemeinde allerdings bereit, bei größeren Reparaturen auszuhelfen.

Mut sprach auch Pfarrer Dominik Kesina den potenziellen Interessenten für ein Vorstandsamt zu. "Die Aufgabe des Vorstands ist nicht so schlimm", meinte er. Immerhin sei die Verantwortung groß. Es wäre katas trophal, wenn es nicht zu einem neuen Vorstand käme. "Es geht um Ihre Kinder", fügte er hinzu.

Bei einer Fragerunde erkundigten sich mehrere Teilnehmer danach, welche zeitliche Belastung ein solches Vorstandsamt mit sich bringt. "Es kommt darauf an, wie man die Sachen delegiert", machte Sandra Mathes deutlich. Arbeit könne auf mehrere Schultern verteilt werden. "Man muss mit Herzblut dabei sein, aber man bekommt auch Einiges zurück", sagte Claudia Rößner.

Für die Phase der Einarbeitung erklärten sich die bisherigen Vorstandsmitglieder bereit, den Neuen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Nach Information und Aussprache begann bei mehreren Anwesenden der Entschluss zu reifen, sich für ein Vorstandsamt zur Verfügung zu stellen. Abgeschlossen war dieser Prozess bereits bei Rita Hillenbrand aus Haard, die deutlich ihre Bereitschaft kundtat.

Claudia Rößner sagte am Ende: "Ich bin jetzt vorsichtig optimistisch. In der nächsten Mitgliederversammlung könnten wir das in trockenen Tüchern haben."