Keine Spur von Null-Bock-Generation, die Jugend in Riedenberg bewegt etwas: An vielen Stellen stehen in der kleinen Rhöngemeinde junge Menschen an vorderster Front und engagieren sich. So auch bei den Riedenberger Forsttagen. Zum dritten Mal stellten die Mitglieder des Jugendtreffs - allen voran Björn Fröhlich (27) - eine interessante und unterhaltsame Ausstellung zusammen.
"Wir wollen zeigen, dass man in Riedenberg mit uns rechnen kann, dass wir gern in unserer Heimatgemeinde sind und auch bleiben wollen", so Björn Heinrich. Das Probleme, genug Helfer zu finden, kennt er nicht: Alle packten mit an. "Schließlich nutzen wir ja die Einnahmen, um unser Jugendheim zu unterhalten, zu renovieren oder auch Neuerungen durchzuführen." 13 Aussteller rund um das Holzmachen und -verarbeiten waren auch diesesmal mit dabei. Alle kamen aus der näheren Umgebung. Da durch den Neubau des Mehrzweckgebäudes auf dem Festplatz derzeit eine Großbaustelle ist, funktionierten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen kurzerhand den Schulplatz zum Messezentrum um. Dicht an dicht drängten sich die Gäste.
Neben zahlreichen Exponaten lockten vor allem zwei Hauptattraktionen. Fasziniert sahen die Besucher zu, wie Andreas Seidenthal aus Oberleichtersbach mit Motorsägen äußerst filigrane Kunstwerke zauberte. "Im Internet hatte ich von dieser Technik erfahren und fand das total interessant", beschreibt er den Weg zu seinem Hobby. "Irgendwann habe ich es dann selbst mal versucht und mein Talent dafür tatsächlich entdeckt."
Große Zuschauermassen lockte vor allem Danny Martin aus Volkers an. Mit gewaltigen Axtschlägen präsentierte er das in Deutschland noch seltene Sportholzfällen. Entstanden war die Leidenschaft hierfür durch eine Wette , in der er behauptete, mit der Axt schneller zu sein als eine Maschine. "Da hat mich dann ein Verantwortlicher von Timbersports Stihl entdeckt", erzählt er.
"Prompt wurde ich dann nach Stockheim in der Rhön zu einer Talentsichtung eingeladen und konnte mich dort wohl gut präsentieren", berichtet er weiter. Schließlich durfte er an einem Trainingscamp teilnehmen und trat fünf Wochen später zu einem Nachwuchswettkampf in Tripsdrill an. "Dort wurde ich dann tatsächlich bester Deutscher." Das war vor einem Jahr. Jetzt hat er sein Hobby teilweise zum Beruf gemacht.
Neben seinem Hauptberuf als Zeitsoldat finanziert der gelernte Maurer seinHobby durch Shows, wie er sie auf den Riedenberger Forsttagen präsentierte. Schließlich kostet die Ausrüstung auch immense Summen. Alleine für eine in Neuseeland gefertigte Axt muss er 500 Euro hinblättern. "Und ich habe davon zehn Stück." Die Zugsäge, mit der er in Sekundeschnelle einen dicken Baumstamm durchsägte, schlägt mit bis zu 1800 Euro zu Buche. Auch das Pappelholz und die Whithe pine müssen gekauft werden. "Ich habe alleine für meinen Trainingsbedarf rund 150 Euro Kosten pro Woche."
Dass der Trainingsbedarf sehr hoch sein muss, machte das spektakuläre Fällen mit der Axt auf sogenannten springboards deutlich. Hier werden zunächst Taschen in den Stamm geschlagen, in die dann Bretter gesteckt werden. Auf ihnen steht der Sportler in luftiger Höhe und kann so bis zu den Wipfeln hoher Bäume gelangen.
Angekündigt wurden die Attraktionen von Martin Dorn, der als Moderator bei RTL arbeitet. Er stammt aus Riedenberg und war früher sehr im Jugendtreff engagiert. Sogar als Vorsitzender. Mit seiner humorigen Art unterhielt er die Besucher und sorgte für Stimmung. "Wir werden dieses Event alle zwei Jahre aufziehen", verspricht Hauptorganisator Björn Fröhlich, und: "In jedem Jahr soll es neben den Exponaten ein besonderes Highlight geben."