"Die abstrakte Kunst unterdrückt die Natur nicht, sondern drückt sie in einer anderen Weise aus", sagte Horst Kreutz, der künstlerische Leiter der Kleinen Galerie im Seniorenzentrum St. Elisabeth. In seiner Bewertung der Exponate Feichtingers stellte er fest, der Maler abstrakter Kunst arbeite vor der Leinwand im Atelier, wo er in Zwiesprache mit seinem Vorhaben verweile. Dabei entfalte er völlige Freiheit in seiner Fantasie und seinem malerischen Ausdruck.
Dringe man tiefer in die Materie ein, werde man erkennen, dass in der abstrakten Kunst eine Entwicklung festzustellen ist, wie durch die Technik des Künstlers eine bestimmte Tiefe erreicht wird, so Kreutz.

Wolfgang Feichtinger sei durch seine Liebe zur Natur, das Biologie- Studium und die wissenschaftlichen Arbeiten an der Universität Würzburg zu seinem heutigen künstlerischen Schaffen gekommen, erklärt er bei einem Gespräch mit unserer Zeitung. Er sei begeistert von dem geometrischen, schier mathematischen Umgang mit der Farbe. Was dem Betrachter seiner Bilder auf den ersten Blick als reine, farbintensive Flächen erscheine, sei die künstlerische Ausdrucksform seiner Erfahrung und der Anwendung von Naturgesetzen, so Feichtinger.

Als konkreten Konstruktivismus bezeichnet er diese Art seiner Malerei. "Die unbelebte Natur ist schwarz, dunkel und braun. Nur die belebte Natur ist farbig", sagt der Künstler. Er ist überzeugt: "Farben sind die Freude des Lebens." Feichtinger malt ausschließlich mit wasserlöslichen, lichtechten Acrylfarben. Auf die Frage, was er unter Kunst versteht, antwortete er spontan: "Kunst ist die Freude,