One moment in time - einen ganz besonderen Moment im Leben. Den erlebten am vergangenen Freitag 127 Polizeimeisteranwärterinnen und -anwärter (PMA) für den mittleren Polizeivollzugsdienst (mPVD) und 75 Polizeikommissaranwärterinnen und -anwärter (PKA) für den gehobenen Polizeivollzugdienst (gPVD) beim Bundespolizeiaus- und -fortbildungszentrum in Oerlenbach (BPOLAFZ OEB).

Sie legten feierlich den Diensteid auf das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ab. Der Leiter des BPOLAFZ OEB, Polizeidirektor (PD) Ralf Wiegand, begrüßte auf dem Antreteplatz die Anwärterinnen und -anwärter sowie deren Ausbildungs- und Rahmenpersonal, heißt es in einer Pressemitteilung der Ausbildungszentrums.

Ohne Musik und Angehörige

Er freue sich, so Wiegand, dass sich der Oerlenbacher Polizei-Nachwuchs heute zu den Werten des Grundgesetzes bekenne, aber leider sei das in diesem Jahr nicht in dem sonst üblichen Rahmen möglich. Aufgrund der derzeit geltenden besonderen Schutzmaßnahmen sei an eine Durchführung in der Bad Kissinger Wandelhalle, musikalisch begleitet durch das Bundespolizei-Orchester aus München und im Beisein der Angehörigen, der Medien sowie der interessierten Öffentlichkeit nicht zu denken, führte Wiegand weiter aus. Die Corona-Pandemie bedeute auch für die Ausbildung in der Bundespolizei Einschränkungen, die er aber gleichzeitig als Herausforderung betrachte.

So konnten seine Fachlehrerinnen und Fachlehrer aus der Fachgruppe (FG) Gesellschaftswissenschaften und Sprachen (GWS) während der Home-Schooling-Phase der verschiedenen Ausbildungsgänge eine neue Lernplattform, den Virtual Classroom, sowie virtuell bereitgestellte, speziell für diesen Anlass entwickelte Lernunterlagen zur Verfügung stellen.

Das führte im Ergebnis dazu, dass die Ausbildung trotz der ungünstigen Umstände erfolgreich weitergeführt werden konnte. "Sie haben eine besondere Verantwortung übernommen, ein hohes Maß an Kompetenz gezeigt und dabei jederzeit flexibel auf neue Rahmenbedingungen reagiert - ganz im Sinne der 'Marke Oerlenbach'", lobte Wiegand sein Ausbildungspersonal ausdrücklich.

"Unser Land kann nur "mit Sicherheit" funktionieren, wenn motivierte, kompetente und professionelle Sicherheitskräfte den entsprechenden Rahmen dafür schaffen. Das bedeutet auch, dass wir Sie - die Bundespolizistinnen und Bundespolizisten von morgen - ebenso ausbilden", gab Wiegand die Richtung vor. "Setzen Sie sich für die Werte ein, die unser Grundgesetz verkörpert - Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie. Links-, Rechts- oder religiös motivierter Extremismus darf keine Chance auf Sympathie erhalten - nicht in unserer Gesellschaft und erst recht nicht bei den Sicherheitskräften, die unser Land vor diesen Strömungen schützen sollen, also auch nicht bei der Bundespolizei", schloss Wiegand.

Beim BPOLAFZ OEB ist es aber bereits Tradition, den Polizeinachwuchs nicht nur auf die Vorteile der Ausbildung in der "unterfränkischen Toskana" hinzuweisen, sondern diesen auch selbst zu Wort kommen zu lassen.

PMAin Coban, PMA Breitenbach und PKA Wolf ließen die bisherigen acht Wochen bei der Bundespolizei Revue passieren - mit mancherlei amüsanten Erlebnissen, aber auch mit einer beeindruckenden Erkenntnis. "Ich bin froh, zur Bundespolizei gekommen zu sein. Ich finde es toll, wie sich alle gegenseitig unterstützen, und ich bin stolz, heute hier zu stehen und gemeinsam mit euch den Diensteid leisten zu dürfen", resümierte PMA Breitenbach. Es war offenbar wirklich ein ganz besonderer Moment im Leben der jungen Bundespolizistinnen und -polizisten.

Den Vereidigungsgottesdienst zelebrierten die beiden BPOL-Seelsorger, Pater Benedikt Röder und Oberpfarrer Jochen Fiedler.