Mit fränkischem Humor gab der Kabarettist Fredi Breunig aus Großeibstadt bei einem unterhaltsamen Abend in der Nüdlinger Werkstatt tiefe Einblicke in die fränkische Seele, und die rund 230 Zuschauer - Behinderte und Nichtbehinderte gleichermaßen - gaben sich begeistert befreiendem Lachen und heiterer Entspannung hin. Der ohne Gage auftretende Künstler Fredi Breunig verstand es mühelos, sein Publikum mit einer solchen Fülle lustiger Begebenheiten zu "füttern", dass der etwa dreistündige Kabarettabend ohne Not mit dem Prädikat "unvergesslich" gekennzeichnet werden darf.
Dem Franken in die Seele und auf's Maul schauen, das hatte sich der Kabarettist zum Ziel gesetzt. Breunig stellte den berühmt-berüchtigten Dialekt der Franken ebenso genüsslich dar wie den weichen Kern unter der vermeintlich rauen Schale.
Ein Beispiel einer lustigen Szene mit einem ungezogenen Kind: "Döff doss doss?" (zu deutsch: "Darf das das?") sagt die eine Person, und die Reaktion lautet "Doss döff doss" ("Das darf das"). Der Dialog schließt mit der Ausdruck äußerster Verwunderung: "Däss doss doss döff" ("Dass das das darf").
Ohne Scheu stellte Fredi Breunig typische Facetten des fränkischen Charakters vor. Rau, aber herzlich geht man in Franken miteinander um. So heißt es im fränkischen Idiom: "Wenn die Säuhünd vo der Baywa nachta (gestern) ährer (eher) komma wärrn, hädda merr noch schöö naus s´Mähdreschern könn' gegäh'". Vielleicht ließe sich der Satz so ins Hochdeutsche übertragen: "Wenn die Mitarbeiter der Baywa gestern früher gekommen wären, hätten wir noch gut mit dem Mähdrescher rausfahren können". Der fränkische Dialekt zeigte sich für allerhand Wortspiele überaus geeignet, und aus 100 fränkischen Ortsnamen konnte Breunig eine erheiternde Geschichte knüpfen.
Eine besondere lokale und politische Note streute der Künstler mit einer "Talkshow" ein. Die Teilnehmer aus verschiedenen Parteien sollten zu folgendem Problem Stellung nehmen: Aus dem Griechenland-Rettungsfonds wurde versehentlich eine Million Euro an die Gemeinde Nüdlingen überwiesen. Was würden die Parteien mit dem Geld anfangen? Da gab es die unterschiedlichsten Vorstellungen. Unter anderem kam der Vorschlag für einen Aussichtsturm nach Haard.
Fredi Breunig bewies sein erstaunliches Talent, Publikum zu fesseln und zu begeistern. Außerdem besitzt er ein Herz für die Behinderten. Wie Werkstattleiter Martin Denninger schon bei der Begrüßung ausgeführt hatte, verzichtete er zu Gunsten der Lebenshilfe auf Gage. Zusammen mit dem ehrenamtlich erwirtschafteten Erlös aus dem Verkauf von Speisen und Getränken dürften aus dieser Benefizveranstaltung gut 2000 Euro übrig bleiben, Geld, das der Werkstattleiter in Kürze in die Renovierung des großen Speisesaals investieren will. Denn der Saal soll mit einer mobilen Bühne und mit Scheinwerfern für Veranstaltungen ausgestattet werden.
Das dauerhafte Ziel bei solchen Events in der Behindertenwerkstatt ist stets die "Inklusion", das heißt, Behinderte werden in Veranstaltungen aller Art einbezogen, denn sie gehören dazu. Die Mitarbeiter der Werkstatt drückten Breunig am Ende ihre Dankbarkeit aus, indem sie ein in der Lebenshilfe gefertigtes Dankessymbol überreichten.