Es kommt ja immer noch vor, erzählt Sina Bretscher, dass sie Leute am Telefon hat, die sie nach einem Haus oder einer Wohnung fragen. Dabei müsste sich doch nach drei Jahren eigentlich herumgesprochen haben, dass eine Quartiersmanagerin etwas anderes tut als Immobilien zu vermitteln.
Damit es auch der letzte kapiert - aber nicht nur deshalb - hat Sina Bretscher jetzt eine Ausstellung erarbeitet, die nach drei Jahren eine Zwischenbilanz der Arbeit mit dem Städtebau-Förderungsprogramm "Soziale Stadt" zieht. Die Schautafeln mit Bildern und knappen, aber informativen Texten sind bis zum 21. Dezember im Flur des städtischen Bauamtes, Maxstraße 23, zu den Dienststunden für die Öffentlichkeit zugänglich.
"Soziale Stadt Bad Kissingen: Altstadt und Nord-Ost - Zwei Gebiete stellen sich vor" ist der Titel der Ausstellung und umreißt damit die Projektfläche, die im Zuge des Programmes weiter entwickelt und dank ihrer Nachbarschaft weiter vernetzt werden sollen. Wobei Sina Bretscher natürlich das Hauptaugenmerk auf Bad Kissingen Nord-Ost richtete, denn die Umgestaltung der Fußgängerzone ist erst in der Anlaufphase.
Was nicht weiter schlimm ist, denn die Erfolge der Arbeit in Nord-Ost, die von Katrin Schott begonnen und nach einem Jahr von Sina Bretscher übernommen wurde und in die sich von Anfang an die Anwohnerinitiative Bürgerkreis Nord-Ost engagiert eingeschaltet hat, füllen auch so die Flurwände des Bauamtes. Bretscher nannte die aufwändige Neugestaltung des Spielplatzes "Peters Piratengold" mit Piratenschiff und Slackline, der seitdem nicht mehr Ziel der Zerstörung, sondern Treffpunkt der Anwohner ist. Es wurden mehrere Feste veranstaltet, deren Erlös in die Arbeit der Bürgerinitiative investiert wurde.
Und auch der Ausblick fiel positiv aus: Die Anlage eines Bürgerbegegnungsplatzes ist in die Gänge gekommen, die Skateranlage soll vergrößert werden. Aber sie verwies auch auf die Neukonzeption des Wahlerbräu-Parkplatzes, an der sich das Quartiersmanagement beteiligen wird.
Ihre Aussage: "Quartiersmanagement lebt vom Bürgerengagement" unterstrichen auch Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) und Baudirektor Norbert Böhm von der Regierung von Unterfranken. Brigitte Wolf, Sprecherin des Bürgerkreises, signalisierte, dass man in den Bemühungen nicht nachlassen wolle, das Viertel aufzuwerten. Sie wünschte sich allerdings noch ein paar Mitstreiter. Im Augenblick sind sie zu zehnt.